Weißstörche in NRW feiern Comeback mit Rekordzahlen nach 500 Jahren

Tim Peters
Tim Peters
2 Min.
Ein detailliertes Bild von zwei Störchen, die auf einem Nest aus Zweigen und Gras stehen, mit langen Hälsen und Schnäbeln, vor einem weißen Hintergrund.Tim Peters

Angepasster Storch - Die Neue Welt der Weißen Storken - Weißstörche in NRW feiern Comeback mit Rekordzahlen nach 500 Jahren

Weißstorch-Bestände in Nordrhein-Westfalen erreichen historischen Höchststand

Die Population der Weißstörche in Nordrhein-Westfalen (NRW) hat 2025 einen Rekordwert erreicht. Behörden verzeichneten 1.027 brütende Paare und 1.540 flügge gewordene Jungtiere – die höchste Zahl seit mindestens 500 Jahren. Diese beeindruckende Erholung folgt auf eine Phase, in der die Art gegen Ende des 20. Jahrhunderts in der Region fast verschwand.

1991 gab es am Fluss Weser nur noch drei brütende Paare – der Tiefpunkt für NRWs Storchenbestand. Seither haben Naturschutzmaßnahmen und veränderte Zugrouten zu einer bemerkenswerten Wende geführt. Über 95 Prozent der deutschen Weißstörche nutzen heute die kürzere und sicherere westliche Zugroute und meiden die längere östliche Strecke. Dadurch überleben mehr Vögel die Reise, was zu einem harten Konkurrenzkampf um Nistplätze führt: Wer früh zurückkehrt, sichert sich die besten Standorte.

In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich das Verbreitungsgebiet der Störche deutlich ausgeweitet. Neue Brutplätze entstanden so weit nördlich wie in Skandinavien und so weit westlich wie in Großbritannien und Irland. Mildere Winter veranlassen manche Störche zudem, auf den langen Flug nach Afrika zu verzichten und stattdessen in Südeuropa oder Westeuropa zu bleiben – wie GPS-Daten aus Projekten wie dem European White Stork Network bestätigen.

NRW hat sich zu einer Hochburg der Art entwickelt. Der Kreis Minden-Lübbecke, insbesondere die Gemeinde Petershagen, beherbergt mit 190 brütenden Paaren die größte Kolonie der Region. Es folgen der Kreis Wesel mit 114 Paaren sowie die Lippe-Auen als weiteres wichtiges Habitat. Die Störche passen sich auch bei der Nestwahl an: Immer häufiger nutzen sie Bäume oder vom Menschen geschaffene Strukturen wie alte Wagenräder, vor allem in nahrungsreichen Gebieten.

In diesem Jahr kehrten die ersten Störche aufgrund einer Kältewelle etwas später als üblich zurück. Insgesamt verschieben sich ihre Ankunftszeiten jedoch tendenziell nach vorne – ein Zeichen für tiefgreifende Veränderungen im Verhalten und Klima.

Die Rekordzahlen von 2025 markieren einen historischen Meilenstein für NRWs Weißstörche. Ihre wachsende Präsenz in Europa und die angepassten Zuggewohnheiten deuten auf eine Art hin, die sich erfolgreich an neue Bedingungen anpasst. Bei anhaltender Unterstützung dürften diese ikonischen Vögel auch in den kommenden Jahren ein vertrautes Bild in der Region bleiben.

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