Linksextremistische Gruppe "Angry Birds Command" sorgt in NRW für wachsende Besorgnis
Jana HerrmannLinksextremistische Gruppe "Angry Birds Command" sorgt in NRW für wachsende Besorgnis
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul hat eine neue Einschätzung zu linksextremistischen Bedrohungen vorgelegt. Der Bericht verweist auf wachsende Besorgnis, stellt aber keine klare Verschiebung hin zu organisiertem Terrorismus fest. Im Fokus stehen Gruppen wie das "Angry Birds Command" sowie ideologische Strömungen innerhalb der extremen Linken.
Die Analyse untersucht verschiedene extremistische Gruppierungen, darunter das "Angry Birds Command", ein Sabotagenetzwerk, das in Nordrhein-Westfalen aktiv ist. Die Gruppe verfolgt eine anarchoprimitivistische Ideologie, richtet sich gegen Bahninfrastrukturen und propagiert die Vorherrschaft der Natur über die industrielle Gesellschaft. Ihre Aktionen haben zu einem deutlichen Anstieg von Sachbeschädigungen geführt – die Vorfälle verdoppelten sich zwischen 2024 und 2025 nahezu. Allerdings betrafen viele Fälle die Zerstörung rechtsextremer Wahlkampfmaterialien.
Der Bericht thematisiert zudem den "Budapester Komplex" und verweist darauf, dass Aktivisten aus der Region nach Jena zu Solidaritätsprotesten gereist seien. Er beleuchtet die historischen Wurzeln des Linksextremismus und zeichnet ideologische Einflüsse von Marxismus-Leninismus und Trotzkismus bis hin zum Anarchismus nach. Gleichzeitig beobachten Sicherheitsbehörden einen Rückgang postautonomer Netzwerke wie "Interventionistische Linke" und "ums Ganze" und eine Zunahme von Gruppen wie den "Angry Birds". Hinweise auf aggressives Potenzial zeigen sich etwa in Aufklebern mit der Aufschrift "Nazis boxen", die mit linksextremen Kampfsportkreisen in Verbindung gebracht werden. Ein ehemaliger Aktivist äußerte im Gespräch mit dem WDR zwar Unbehagen über Protesttaktiken und Auseinandersetzungen mit der Polizei, lehnte es aber ab, die Bewegung pauschal als extremistisch zu bezeichnen. Trotz steigender Risiken kommt der Bericht zu dem Schluss, dass es keine Belege für eine generelle Hinwendung zum Terrorismus gibt.
Die Erkenntnisse unterstreichen eine Zunahme von Sachbeschädigungen und ideologischen Verschiebungen innerhalb des linksextremistischen Spektrums. Die Behörden bleiben wachsam, sehen jedoch keine unmittelbare Entwicklung hin zu terroristischen Aktivitäten. Der Bericht dient als strategische Grundlage für Politiker und Sicherheitsbehörden in der Region.
