Betrügerbanden-Prozess: 26-Jähriger soll Senioren um 162.000 Euro geprellt haben
Tim PetersBetrügerbanden-Prozess: 26-Jähriger soll Senioren um 162.000 Euro geprellt haben
Ein 26-jähriger Mann muss sich seit dieser Woche vor dem Landgericht Münster wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an einem organisierten Betrugsring verantworten. Die Tätergruppe hatte es gezielt auf ältere Menschen abgesehen und sie durch Vortäuschen falscher Identitäten als Polizeibeamte dazu gebracht, Bargeld und Schmuck herauszugeben. Nach Angaben der Ermittler beläuft sich der Gesamt-Schaden aus den bekannten Fällen mittlerweile auf über 162.000 Euro.
Die Betrüger hatten ihre Opfer angerufen und ihnen vorgegaukelt, ihre Wohnungen stünden kurz vor einem Einbruch. Anschließend gaben sie sich als Beamte aus, um die Wertsachen in Empfang zu nehmen, die später an den Angeklagten in Bielefeld weitergeleitet wurden. Zu den Geschädigten zählen unter anderem eine Seniorin aus Beckum und ein älterer Herr aus Sendenhorst.
Im Laufe der Ermittlungen stießen die Behörden auf weitere Fälle in Ostwestfalen, die mit der Bande in Verbindung stehen sollen. Der Angeklagte wird beschuldigt, in der Türkei Wohnungen für die Anrufer angemietet zu haben und die Beute entgegengenommen zu haben. Er hat signalisiert, vor Gericht aussagen zu wollen.
Für März sind vier Verhandlungstage angesetzt, in denen Zeugenaussagen und die Schilderungen des Beschuldigten geprüft werden sollen. Im Falle einer Verurteilung droht ihm eine mehrjährige Haftstrafe.
Im Mittelpunkt des Prozesses stehen sechs nachgewiesene Betrugsfälle, doch die Ermittler gehen von weiteren, noch unbekannten Opfern aus. Das Verfahren soll klären, in welchem Umfang der Angeklagte beteiligt war und welche Strafe auf ihn zukommt. Das Urteil könnte zudem Aufschluss über das größere Netzwerk hinter den Betrugsmaschen geben.
