Schalkes Machtkampf: Facebook-Post bringt Aufsichtsrat vor Gericht
Tobias ZimmermannSchalkes Machtkampf: Facebook-Post bringt Aufsichtsrat vor Gericht
Der Rechtsstreit zwischen dem FC Schalke 04 und einem seiner Aufsichtsratsmitglieder hat sich weiter zugespitzt. Ender Ulupınar, Mitglied des Aufsichtsrats, sieht sich mit Vorwürfen des Ehrenrats des Vereins konfrontiert – ausgelöst durch einen kritischen Facebook-Beitrag. Nach früheren Urteilen zugunsten Ulupınars wird der Fall nun vor dem Oberlandesgericht Hamm verhandelt.
Der Konflikt begann, als Ulupınar auf Facebook einen Beitrag veröffentlichte, in dem er den Aufsichtsratsvorsitzenden von Schalke, Axel Hefer, kritisierte. Der Ehrenrat wirft ihm vor, mit dem Posting gegen die Satzung und die Grundwerte des Vereins verstoßen zu haben, und bezeichnet die Äußerungen als "schädlich für den Club". Zudem wird Ulupınar vorgeworfen, vertrauliche Details aus internen Aufsichtsratsberatungen preisgegeben zu haben.
Das Landgericht Essen hatte zuvor zweimal zugunsten Ulupınars entschieden und ihm eine einstweilige Verfügung gewährt. Trotz dieser Urteile hat der Ehrenrat jedoch eine zweite Berufung eingereicht, um "rechtliche Klarheit" darüber zu schaffen, wie die Vereinsstatuten in künftigen Fällen auszulegen sind. Über ähnliche Streitigkeiten im Zusammenhang mit den Schalke-Satzungen wurden bisher keine weiteren Entwicklungen bekannt.
Da der Fall nun vor dem Oberlandesgericht Hamm landet, warten beide Seiten auf eine endgültige Entscheidung. Das Urteil in diesem Rechtsstreit könnte richtungsweisend dafür werden, wie Schalke 04 künftig mit internen Konflikten und dem Verhalten in sozialen Medien umgeht. Die Entscheidung des Oberlandesgerichts wird klären, ob Ulupınars Beitrag gegen Vereinsregeln verstoßen hat und wie solche Fälle künftig gehandhabt werden. Bis dahin bleiben Verein und Aufsichtsrat in einer Phase der Unsicherheit.
