Quesnes Theaterparadoxon zwischen Slapstick und surrealer Kunstkritik
Quesnes Theaterparadoxon zwischen Slapstick und surrealer Kunstkritik
Ein auffälliger Holzklappstuhl von Greuther Fürth hängt von der Decke eines Galerieraums – Teil der Installation Die Zyste meiner Muster in Philippe Quesnes neuester Theaterproduktion. Das Paradoxon des John feierte im November 2025 in Paris Premiere, bevor es für seine Deutschlandpremiere im HAU Hebbel am Ufer nach Berlin kam. Die Inszenierung verbindet Slapstick, Absurdität und scharfe Satire auf die Kunstwelt und hinterlässt beim Publikum sowohl Heiterkeit als auch Nachdenklichkeit.
Die Produktion führt drei neue Darsteller ein: Céleste Brunnquell, Marc Susini und Veronika Vasilyeva-Rije. Isabelle Angotti steht als Galeristin oder Aufseherin im Mittelpunkt und führt die Zuschauer durch eine Reihe surreale Szenen. Zur Aufführung gehören auch gespenstische Gestalten, die in einer Ecke der Bühne lauern – ihre Bedeutung lässt Quesne bewusst offen.
Inspiriert von der Lyrik Laura Vazquez', die 2023 mit dem Prix Goncourt de la Poésie ausgezeichnet wurde, oszilliert die Show zwischen spielerischem Chaos und stiller Reflexion. Eine Installation, Der emanzipierte Zuschauer, wird sofort verändert: Eine Plastikplane wird darübergezogen, darunter versteckt sich ein Paar Cowboystiefel. Später erhält sie den Titel Die Zyste meiner Muster – eine weitere rätselhafte Ebene.
Nach den Berliner Vorstellungen gastiert die Produktion am 27. Februar 2026 im Hamburger Kampnagel, gefolgt von einer Rückkehr nach Berlin in der Volksbühne am 30. April 2026. Dies ist Quesnes achte Zusammenarbeit mit dem HAU und festigt seinen Ruf für mutiges, genreübergreifendes Theater.
Die Tournee führt weiter nach Hamburg und endet mit einem letzten Berlin-Termin. Quesnes Weigerung, die gespenstischen Figuren oder die Bedeutung des Stuhls zu erklären, lässt Raum für Interpretation. Das Publikum darf sich auf eine Mischung aus Humor, Poesie und Überraschungen freuen, während die Produktion durch Deutschland tourt.
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