15 February 2026, 22:20

Energiewende in der Krise: Warum Deutschland bei Wasserstoff scheitert und Gasabhängigkeit wächst

Eine Säulendiagramm, das den Stromertrag der Bundesländer nach Energiequelle im Jahr 2022 zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Dateninformationen liefert.

Energiewende in der Krise: Warum Deutschland bei Wasserstoff scheitert und Gasabhängigkeit wächst

Deutschlands Weg zu sauberer Energie stockt – Rückschläge beim Wasserstoff und wachsende Gasabhängigkeit

Laut dem aktuellen Gasbilanz-2025-Bericht gerät Deutschlands Vorstoß für eine klimafreundlichere Energieversorgung ins Stocken. Die auf der Fachmesse E-world in Essen vorgestellte Studie zeigt Verzögerungen bei Wasserstoffprojekten und eine zunehmende Abhängigkeit von Erdgas auf. Trotz Fortschritten in einigen Bereichen bleibt der deutsche Stromsektor im Vergleich zu Ländern, die bereits die Kohle auslaufen lassen, deutlich kohlenstoffintensiver.

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Der Bericht offenbart, dass der Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur in Deutschland an Fahrt verliert. Zwar wurden 2025 immerhin 525 Kilometer Wasserstoffleitungen fertiggestellt – der Grundstein für ein nationales Netz –, doch viele Projekte liegen auf Eis. Ursprünglich sollten bis 2030 Elektrolysekapazitäten von über 11 Gigawatt (GW) entstehen, doch nun sind nur noch 7,2 GW realistisch. Als Gründe für die Verzögerungen werden hohe Strompreise, unklare regulatorische Rahmenbedingungen und das Fehlen langfristiger Abnahmeverträge genannt.

Der Gasverbrauch steigt unterdessen wieder an: 2025 lag die Nachfrage mit 835 Terrawattstunden (TWh) um 3 % höher als im Vorjahr. Auch der Anteil von Erdgas am Primärenergieverbrauch kletterte von 25,9 % auf 26,9 %. Gleichzeitig gewinnt Biomethan an Bedeutung – 11,5 TWh wurden ins Gasnetz eingespeist. Doch auch hier droht regulatorische Unsicherheit das weitere Wachstum zu bremsen.

Die deutsche Stromerzeugung bleibt mit durchschnittlich 344 Gramm CO₂ pro Kilowattstunde (kWh) weiterhin stark emissionslastig – ein Wert, der über dem anderer Länder liegt, die bereits weiter in der Kohleausstiegsstrategie sind. Da Deutschland schrittweise Kohlekraftwerke abschaltet, fallen über 30 GW gesicherter Leistung weg, was Bedenken hinsichtlich der Netzstabilität aufkommen lässt. Anfang 2025 musste aufgrund geringer Erneuerbaren-Einspeisung sogar 72 % des Strombedarfs durch Gas- und Kohlekraftwerke gedeckt werden.

Der Gasbilanz-2025-Bericht unterstreicht die Energiewende-Herausforderungen Deutschlands: Der Wasserstoffausbau hinkt hinterher, der Gasverbrauch steigt, und der Stromsektor ist weiterhin von fossilen Brennstoffen abhängig. Ohne klarere politische Weichenstellungen und gezielte Investitionen könnte der Übergang zu sauberer Energie in den kommenden Jahren auf weitere Hindernisse stoßen.