Großrazzia in NRW: Zoll und Polizei decken massive Arbeitsrechtsverstöße auf
Jana HerrmannGroßrazzia in NRW: Zoll und Polizei decken massive Arbeitsrechtsverstöße auf
Gemeinsame Razzia von Zoll und Polizei in Nordrhein-Westfalen deckt zahlreiche Verstöße gegen Arbeitsrecht auf
Bei einer gemeinsamen Aktion von Zollbeamten und der Polizei in Nordrhein-Westfalen sind multiple Verstöße gegen Arbeitsgesetze aufgedeckt worden. Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Hauptzollamts Krefeld arbeitete dabei am 9. Februar 2026 mit der Polizei Mönchengladbach zusammen. Die Kontrollen waren Teil einer europäischen Großkampagne gegen illegale Beschäftigungspraktiken.
Im Rahmen der Aktion überprüften die Behörden 26 Arbeitgeber und 32 Beschäftigte. Dabei wurden neun Verdachtsfälle von Lohnvorenthaltung und Untreue sowie fünf mögliche Fälle von Sozialleistungsbetrug festgestellt. Bei drei weiteren Fällen gab es Hinweise auf Verstöße gegen den Mindestlohn, ein Arbeitgeber wurde zudem wegen illegaler Arbeitnehmerüberlassung beanstandet.
Zudem stellten die Ermittler vier Verstöße gegen die Meldepflicht bei Arbeitsaufnahme fest. Die Kontrollen erfolgten im Rahmen der ROADPOL-Initiative, einem europäischen Netzwerk von Verkehrspolizeikräften. Obwohl ROADPOL primär auf Verkehrssicherheit ausgerichtet ist, unterstützt es auch grenzüberschreitende Maßnahmen gegen Arbeits- und Sozialrechtsverstöße.
Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit in Mönchengladbach wird nun die weiteren Ermittlungen zu den Feststellungen leiten. An ROADPOL beteiligen sich über 20 Staaten, darunter alle EU-Mitglieder sowie Norwegen, die Schweiz, Serbien und die Türkei.
Die Aktion unterstreicht die anhaltenden Bemühungen, Schwarzarbeit und Ausbeutung am Arbeitsmarkt in Deutschland zu bekämpfen. Nachfolgeuntersuchungen sollen klären, ob rechtliche Schritte gegen die betroffenen Arbeitgeber eingeleitet werden. Seit 2024 wurden in der Region keine weiteren ROADPOL-gestützten Kontrollen zu ähnlichen Verstößen gemeldet.
