03 March 2026, 02:32

NRW-CDU fordert Reformen beim Kindergeld und stellt Bundesführung bloß

Plakat der Berliner Secession mit einer Frau in grünem Kleid und einem Mann im schwarzen Anzug, mit Text zur Beschreibung des Ereignisses.

NRW-CDU fordert Reformen beim Kindergeld und stellt Bundesführung bloß

In der nordrhein-westfälischen CDU wachsen die Spannungen, da die Mitglieder zunehmend ungeduldig mit der Bundesführung werden. Während die Partei unter Ministerpräsident Hendrik Wüst in Landesumfragen glänzt, nimmt die Frustration über blockierte Reformen in Berlin zu. Lokale Politiker fordern nun entschlossenere Maßnahmen und stellen die eigene Erfolgsbilanz dem Stillstand auf Bundesebene gegenüber.

Der Landesverband der CDU in NRW hat vor dem Bundesparteitag in Stuttgart ein Paket mit elf politischen Anträgen vorgelegt. Ein zentraler Vorschlag sieht schärfere Maßnahmen gegen Sozialbetrug vor, darunter härtere Strafen bei Missbrauch von Kindergeld. Ein weiterer Antrag schlägt vor, die Kindergeldzahlungen an die Lebenshaltungskosten in dem EU-Land anzupassen, in dem das Kind lebt.

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Trotz starker Umfragewerte in NRW hat die CDU im Land in den vergangenen zwei Jahren keine größeren Gesetze durchgesetzt. Die rot-grüne Koalition hält im Landtag die Mehrheit, was der Opposition kaum Spielraum für Reformen lässt. Dies führt zu wachsender Unzufriedenheit unter den Mitgliedern, die infrage stellen, ob die Partei ihre Versprechen auf Bundesebene einlösen kann.

Kritik gibt es auch an Bundeskanzler Friedrich Merz und seinem Team – selbst in dessen Heimatregion Sauerland. Der Landesgeneralsekretär Paul Ziemiak hat öffentlich schnellere Reformen gefordert und auf die internen Streitigkeiten in Berlin verwiesen, die im Kontrast zur effizienteren Regierungsführung unter Wüst in NRW stehen. Viele in der Partei hoffen, dass der Parteitag in Stuttgart beweisen wird, dass die CDU bundesweit noch immer Gestaltungsmacht besitzt.

Wüst selbst meidet meist kontroverse Debatten, etwa über die von der Mittelstandsvereinigung der CDU vorgeschlagene 48-Stunden-Woche oder "Lifestyle-Teilzeit". Stattdessen konzentriert er sich darauf, Stabilität in NRW zu wahren, wo lokale Themen Vorrang vor bundespolitischen Auseinandersetzungen haben. Seine Unterstützung für Merz' Wiederwahl als Parteivorsitzender gilt als wahrscheinlich, doch die starken Umfragewerte des Landes verstärken die Forderungen nach einer klareren Bundesstrategie.

Die NRW-CDU drängt auf eine stärkere bundespolitische Ausrichtung, wobei die Mitglieder vom Stuttgarter Parteitag Antworten erwarten. Die vorgeschlagenen Reformen zu Sozialbetrug und Kindergeld spiegeln den Wunsch nach konkreten Taten wider. Vorerst bleibt die Kluft zwischen Landeserfolgen und Bundesfrust prägend für die internen Debatten der Partei.