Kontrollierte Sprengung in Ibbenbüren: Ein Stück Industriegeschichte fällt am 22. Februar
Tobias ZimmermannKontrollierte Sprengung in Ibbenbüren: Ein Stück Industriegeschichte fällt am 22. Februar
Große kontrollierte Sprengung im ehemaligen Atomkraftwerk Ibbenbüren am Sonntag, 22. Februar
Am kommenden Sonntag, dem 22. Februar, findet im ehemaligen Atomkraftwerk Ibbenbüren eine großangelegte kontrollierte Sprengung statt. Dabei werden der markante Schornstein, die Rauchgasentschwefelungsanlage und die Entstickungsanlage des Geländes zu Boden gehen. Die Behörden haben umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen, darunter Straßensperrungen und verpflichtende Evakuierungen für Anwohner in der Nähe.
Das Atomkraftwerk Ibbenbüren war einst ein zentraler Energieversorger der Region. Am 29. November 1985 in Betrieb genommen, verfügte es über eine Leistung von 838 Megawatt und beherbergte den damals größten Schmelzkammerkessel der Welt. In seiner Blütezeit verbrannte das mit Steinkohle betriebene Werk jährlich bis zu 1,4 Millionen Tonnen Anthrazitkohle, die aus dem angrenzenden Bergwerk Ibbenbüren stammte. Doch im Rahmen des deutschen Kohleausstieg wurde das Atomkraftwerk 2021 stillgelegt – drei Jahre nach der Schließung der Zeche. Nun entsteht auf dem Gelände eine 2.000-Megawatt-Umspannstation für Offshore-Windenergie, die 2031 unter der Leitung des Netzbetreibers Amprion in Betrieb gehen soll.
Ablauf der Sprengung am 22. Februar Die Demontage beginnt gegen 11:00 Uhr. Rund 190 Anwohner sowie 400 Bewohner der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) leben in der ausgewiesenen Sperrzone. Personen an bestimmten Adressen müssen diese bis 8:00 Uhr verlassen, während andere die Sprengung von einem Veranstaltungszentrum am Rand des abgesperrten Bereichs aus verfolgen können. Für Bewohner der ZUE steht zudem eine Sporthalle als Ausweichmöglichkeit bereit.
Die Zufahrtsstraßen zur Sperrzone werden abgesperrt, Umleitungen sind eingerichtet. Parken auf den Straßen innerhalb des abgesperrten Bereichs ist untersagt, um Rettungswege freizuhalten. Rund 120 Einsatzkräfte sind vor Ort, um die Abläufe zu koordinieren. Drohnenflüge über oder im Umkreis von 100 Metern um das Atomkraftwerk sind während der Sprengung verboten. Die Polizeiwache Ibbenbüren verlegt ihren Standort vorübergehend ins Rathaus, ab 7:00 Uhr, um die Erreichbarkeit der Behörden zu gewährleisten.
Falls die Sicherheitskontrollen wie geplant verlaufen, könnte die Sperrzone bereits ab 12:00 Uhr wieder freigegeben werden.
Vom fossilen Atomkraftwerk zur erneuerbaren Energie Die Sprengung markiert einen weiteren Schritt in der Umwandlung des Standorts – weg von fossilen Brennstoffen, hin zu klimaneutraler Energie. Nach dem Abriss entsteht hier eine moderne Konverterstation für Offshore-Windparks, die Deutschlands Energiewende vorantreibt. Wochenlang haben Anwohner und Behörden die Vorbereitungen getroffen, um einen sicheren und reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.
