Wiesbadens Fastnachtszug verzichtet auf "Zugen(d)te" – jetzt rollt die "Gans am End"
Hannah PetersWiesbadens Fastnachtszug verzichtet auf "Zugen(d)te" – jetzt rollt die "Gans am End"
Wiesbadens berühmter Fastnachtssonntagszug erhält in diesem Jahr eine Änderung beim Abschlusswagen. Die langjährige Tradition, die Parade mit einer "Zugen(d)te"-Figur zu beenden, hat einen Streit mit Mainz 05 ausgelöst. Die Veranstalter haben den Wagen nun umbenannt, um rechtliche Probleme zu vermeiden.
Die Entscheidung fällt nach einer Beschwerde des Mainz 05 Karnevalsvereins, der Bedenken wegen der Nutzung des markenrechtlich geschützten Namens äußerte. Auch die Figur selbst, die seit zwei Jahrzehnten das Ende des Umzugs markiert, wird leicht überarbeitet.
Fast 20 Jahre lang endete Wiesbadens Fastnachtsumzug mit einer "Zugen(d)te" – einer Figur, die Mainzs eigene gelb befiederte "Zugente" nachahmen sollte. In diesem Jahr trägt der Wagen jedoch offiziell den neuen Namen "Gans am End" ("Gans am Ende"). Der Wechsel folgt einer Klage von Hannsgeorg Schönig, dem Präsidenten des Mainz 05 Karnevalsvereins, der argumentierte, dass "Zugen(d)te" ein geschützter Begriff sei, der ausschließlich Mainz 05 vorbehalten ist.
Bei genauerer Betrachtung stellten die Wagenbauer fest, dass die Figur ohnehin kaum einer Ente ähnelte. Stattdessen erinnerten ihre weißen Federn und die Form eher an eine Gans. Guntram Eisenmann, künstlerischer Leiter der Gruppe Dacho, die den Wagen gestaltet, wies zudem darauf hin, dass die Figur eine Warnweste trägt und einen Besen hält. Um weiteren Konflikten vorzubeugen, entschied er sich, jegliche Beschriftung an der Figur vollständig zu entfernen.
Es ist nicht das erste Mal, dass Wiesbaden wegen Markenrechtsfragen Anpassungen vornimmt. 2024 benannte die Stadt ihr "Narrenschiff" ("Narrenboot") in "Narrenschwemme" ("Narrenflotte") um, nachdem der Kölner Karnevalsverein rechtlichen Druck ausgeübt hatte. Mainz 05 hingegen hält an seiner jahrhundertealten Tradition fest, den Rosenmontagszug mit einem "Narrenschiff" oder "Titanic"-Wagen zu beenden.
Die umbenannte "Gans am End" wird künftig Wiesbadens Umzug ohne Bezug zum umstrittenen Begriff abschließen. Das Design der Figur bleibt weitgehend unverändert, doch durch die Entfernung der Schrift wird Mainz 05s Markenrecht Rechnung getragen. Die Anpassung zeigt einmal mehr, wie rechtliche Bedenken langjährige Karnevalstraditionen verändern.
Wiesbaden's Carnival Parade Concludes with Record Attendance and a New 'Gans am End'
Wiesbaden's 2026 Fastnachtssonntagszug concluded successfully on 2 February with over 350,000 spectators. The parade now ends with the 'Gans am End' figure, renamed to avoid trademark disputes with Mainz 05. The name change was confirmed by wagon builder Mario Kollozeike, who noted the figure's white feathers distinguish it as a goose. Wiesbaden is now the only parade in Germany to use a goose as a closing symbol.
