27 February 2026, 20:06

Neue Methode erkennt Kartoffelkrebs frühzeitig – Hoffnung für Landwirte

Eine alte Werbung mit einem Kartoffelbild und Text, der eine Kartoffelpflanze und ihre Zutaten beschreibt.

Neue Methode erkennt Kartoffelkrebs frühzeitig – Hoffnung für Landwirte

Forscher haben eine neue Methode entwickelt, um den Kartoffelkrebs zu erkennen, bevor er sich ausbreitet. Das Verfahren, das von Wissenschaftlern der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg entwickelt wurde, nutzt flüchtige chemische Verbindungen in der Luft, um befallene Pflanzen frühzeitig zu identifizieren. Dieser Durchbruch könnte Landwirten helfen, verheerende Ernteverluste durch die hartnäckige Pilzinfektion zu vermeiden.

Kartoffelkrebs wird durch den Pilz Synchytrium endobioticum verursacht, der widerstandsfähige Sporen bildet. Diese können mehr als 40 Jahre im Boden überdauern und sind gegen Hitze, Frost sowie chemische Behandlungen resistent. Ist ein Feld einmal befallen, gelten strenge Quarantänebestimmungen, die oft jahrzehntelange Anbaubeschränkungen für Kartoffeln nach sich ziehen.

Die Krankheit führt zu blumenkohlartigen Wucherungen an den Knollen, stellt für den Menschen jedoch keine Gesundheitsgefahr dar. Dennoch können Ausbrüche ganze Ernten zerstören und für Landwirte erhebliche finanzielle Einbußen bedeuten. In Deutschland werden derzeit auf rund 300.000 Hektar Kartoffeln angebaut, mit einem durchschnittlichen Ertrag von 44 Tonnen pro Hektar – was eine frühe Erkennung umso wichtiger macht.

Die neue Methode analysiert flüchtige organische Verbindungen (VOCs), die von befallenen Kartoffeln abgegeben werden. Die Forscher identifizierten sieben Schlüsselsubstanzen, die auf das Vorhandensein der Krankheit hinweisen. Das Verfahren entstand im Rahmen des SYNergie-Projekts, das vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert wird.

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Bisher fanden Tests in Laboren und Gewächshäusern in Deutschland und den Niederlanden statt. Seit Februar 2026 laufen Pilotversuche auf ausgewählten Feldern in Nordrhein-Westfalen und Friesland. Ziel ist es, die Technik weiterzuentwickeln, um sie breiter einsetzen zu können – möglicherweise in Form eines tragbaren Schnelltests für Landwirte.

Die Erkennungsmethode befindet sich noch in der Erprobungsphase und wurde bisher nicht flächendeckend eingeführt. Bei Erfolg könnte sie jedoch eine schnellere und zuverlässigere Möglichkeit bieten, befallene Pflanzen zu identifizieren, bevor sich die Krankheit ausbreitet. Dies würde helfen, wirtschaftliche Verluste zu verringern und langfristige Nutzungsbeschränkungen für kontaminierte Böden zu lockern.