"Miss Germany"-Finale: Warum zwei Kopftuch tragende Kandidatinnen die Nation spalten

Tobias Zimmermann
Tobias Zimmermann
2 Min.
Drei Frauen in verschiedenenfarbigen Kleidern, eine mit einer Mütze, stehen vor dem Reichstaggebäude in Berlin, Deutschland, mit Menschen, Fahnen, Bäumen, Wolken und Himmel im Hintergrund.Tobias Zimmermann

"Wir atmen auch durch die Nase" - "Miss Germany" mit Kopftuch - "Miss Germany"-Finale: Warum zwei Kopftuch tragende Kandidatinnen die Nation spalten

"Miss Germany"-Wettbewerb findet an diesem Wochenende statt – doch die Debatte ist bereits entbrannt

Am kommenden Wochenende wird der diesjährige "Miss Germany"-Wettbewerb ausgetragen, doch die Veranstaltung sorgt bereits im Vorfeld für kontroverse Diskussionen. Zwei Finalistinnen, Büşra Sayed und Amina Ben Bouzid, sehen sich mit Kritik konfrontiert, weil sie von manchen nicht als "deutsch genug" wahrgenommen werden. Beide Frauen tragen ein Kopftuch und setzen sich öffentlich gegen die Klischees zur Wehr, die sie allein durch ihre Teilnahme herausfordern.

Neun Frauen werden im Finale antreten, ausgewählt aus über 2.600 Bewerberinnen. Darunter sind eine Biologin und eine Pressesprecherin der Bundeswehr – ein Zeichen für den Wandel des Wettbewerbs, der sich zunehmend von klassischen Schönheitsidealen löst. Die Veranstalter legen heute mehr Wert auf Führungskompetenzen und Erfolge als auf äußere Erscheinung.

Sayed tritt in der Kategorie "Female Founder" (Gründerinnen) an, Ben Bouzid in der Sparte "Female Leader" (Führungsfrauen). Beide haben aufgrund ihrer Religion und ihres Äußeren bereits Rassismus und Diskriminierung erlebt. Sie betonen, dass ihre deutsche Identität nicht infrage gestellt werden dürfe – unabhängig von ihrem Aussehen.

Die ablehnenden Reaktionen kommen vor allem von Männern, die in Online-Kommentaren ihre Teilnahme angreifen. Trotz der Anfeindungen bleiben Sayed und Ben Bouzid standhaft in ihrer Botschaft: Deutschsein lasse sich nicht auf ein einziges Bild reduzieren.

Zu den weiteren Finalistinnen gehören Amelie Reigl, eine Biologin, die in Laboren menschliche Haut züchtet, um Tierversuche zu reduzieren, sowie Paula Daub, Vertriebsdirektorin eines Beauty-Tech-Startups. Ihre Tätigkeiten in Wissenschaft und Innovation spiegeln den neuen Fokus des Wettbewerbs wider, der Frauen in verantwortungsvollen und zukunftsweisenden Rollen in den Mittelpunkt stellt.

Das Finale von "Miss Germany" wird eine vielfältige Gruppe von Frauen präsentieren, die mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Hintergründen antreten. Die Teilnahme von Sayed und Ben Bouzid hat bereits eine breitere Debatte über Identität und Zugehörigkeit angestoßen. Die Siegerinnen werden nach einem Wochenende voller Wettbewerb und Diskussionen bekannt gegeben.

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