Louis Klamroths "ard live" kämpft mit sinkenden Quoten und wachsender Kritik
Jana HerrmannLouis Klamroths "ard live" kämpft mit sinkenden Quoten und wachsender Kritik
Louis Klamroths Zeit als Moderator von "ard live" ist von einem stetigen Rückgang der Sendungen geprägt. Die ARD-Talkshow wurde 2024 noch 30-mal ausgestrahlt, 2025 waren es nur noch 20 Folgen, und für 2026 sind lediglich 15 geplant. Trotz der Kürzungen hält der Sender weiterhin zu ihm – doch unter seiner Führung leiden die sendungsverfolgung.
Klamroths Moderationsstil steht wegen seiner konfrontativen Art in der Kritik. Oft unterbricht er Gäste gerade dann, wenn die Diskussionen spannend werden – obwohl die Sendung mit 75 Minuten genug Raum für vertiefende Gespräche böte. Seine Tendenz, sich als selbsternannter Ankläger zu inszenieren und komplexe Themen auf simple Ja-nein-Fragen zu reduzieren, frustriert sowohl Teilnehmer als auch Zuschauer.
Auch die Steuerung hitziger Debatten fällt ihm schwer. In einer denkwürdigen Auseinandersetzung blieb Thorsten Frei, Chef des Bundeskanzleramts, gelassen, als Klamroth während einer Diskussion über den Sozialstaat eine voreilige Bemerkung fallen ließ. Doch selbst in seinen besten Momenten bleiben Klamroths Folgen hinter den Quotenerwartungen zurück. Eine Ausgabe erreichte mit 1,7 Millionen Zuschauern einen historischen Tiefstand – weit unter dem ARD-Durchschnitt von 3 bis 5 Millionen im Winter und deutlich hinter den Spitzenwerten des ZDF, das bis zu 6,7 Millionen Zuschauer verzeichnet.
Die Entscheidung der ARD, seine Rolle zu reduzieren, deutet auf interne Zweifel an seiner Eignung für die Sendung hin. Zwar sicherte sich seine Produktionsfirma Florida Factual Aufträge für kleinere Online-Formate, doch das grundsätzliche Problem des Senders – ein Mangel an neuem Talent in den eigenen Reihen – bleibt ungelöst. Einige seiner stärksten Folgen lebten von pointierten Beiträgen von Bürgern und Fachleuten, was zeigt, dass anregende Diskussionen unter seiner Leitung durchaus möglich sind.
Beobachter halten es für denkbar, dass Klamroth sich noch zu einem versierten Moderator entwickeln könnte. Viele argumentieren jedoch, dass er sein Handwerk zunächst in einem weniger exponierten Umfeld verfeinern sollte.
Mit weniger geplanten Folgen und weiterhin schwachen Quoten bleibt Klamroths Zukunft bei "ard live" ungewiss. Die weitere Unterstützung durch die ARD signalisiert zwar Loyalität, doch letztlich werden die Einschaltquoten und sein Moderationsstil über seine langfristige Rolle entscheiden. Vorerst wird seine Präsenz in der Sendung immer kleiner – während der Sender nach Lösungen für sein Nachwuchsproblem sucht.
