Das traurige Ende der Frankfurter Rundschau: 2026 ist Schluss für die Traditionszeitung
Hannah PetersDas traurige Ende der Frankfurter Rundschau: 2026 ist Schluss für die Traditionszeitung
Die Frankfurter Rundschau (FR) wird am 1. April 2026 endgültig eingestellt, wie der leitende Reporter und stellvertretende Chefredakteur Daniel Überall in einem LinkedIn-Beitrag bestätigte. Die Entscheidung markiert das Ende einer traditionsreichen Regionalzeitung und folgt auf eine Phase der Umstrukturierung unter dem Verlag Rheinmetall.
Die Frankfurter Rundschau war erst kürzlich mit dem Kölner Stadt-Anzeiger in dessen Regionalressorts zusammengelegt worden, wobei Produktionsressourcen und eine gemeinsame Redaktion genutzt wurden. Trotz dieser Bemühungen um die Zukunftssicherung wird die Zeitung nun geschlossen – rund 30 fest angestellte Mitarbeiter verlieren dadurch ihre Arbeitsplätze. Der Verlag Arbeitsagentur hat "faire Abfindungsregelungen" für die Betroffenen zugesagt, doch Journalistengewerkschaften kritisieren sowohl Rheinmetall als auch Arbeitsagentur für die Entlassungen.
Überall, der vor etwa einem Jahr zur FR gestoßen war, hatte gehofft, dort eine langfristige Karriere aufzubauen. In seiner Bekanntgabe bezeichnete er die Schließung als tiefgreifend persönlichen Einschlag, der nicht nur seinen eigenen beruflichen Weg, sondern auch die Medienvielfalt in der Region betreffe. Aktuell sucht er intensiv nach einer neuen Position in Frankfurt, dem Rhein-Main-Gebiet oder Hessen – sei es im Journalismus oder in einem anderen Bereich.
Die deutsche Zeitungsbranche steht insgesamt vor großen Herausforderungen: Die Auflage der Printausgaben wird voraussichtlich in den nächsten 15 Jahren stark zurückgehen. Zwar verzeichnet der digitale Bereich weiterhin Wachstum, doch aktuelle Vergleichszahlen zur Performance der FR im Verhältnis zu anderen Lokaltiteln wie dem Frankfurter Stadt-Anzeiger oder dem Express liegen nicht vor.
Die Einstellung der Frankfurter Rundschau tritt Anfang 2026 in Kraft und kostet Dutzende Arbeitsplätze, während sich die regionale Medienlandschaft dadurch nachhaltig verändert. Überalls öffentliche Stellensuche unterstreicht die größeren Umbrüche im Journalismus, da traditionelle Medienhäuser sich an die digitale Transformation und finanzielle Zwänge anpassen müssen.
