Carsten Günther übernimmt offiziell das Amt als Präsident des Oberverwaltungsgerichts Münster
Jana HerrmannNach Machtkampf um OVG-Spitze: Günther offiziell im Amt - Carsten Günther übernimmt offiziell das Amt als Präsident des Oberverwaltungsgerichts Münster
Carsten Günther ist offiziell neuer Präsident des Oberverwaltungsgerichts Münster. Seine Ernennung beendet eine Führungslücke, die über vier Jahre bestand. Die feierliche Amtsübernahme fand heute statt und markiert damit das Ende einer langen Vakanz an der Spitze der Behörde.
Günthers juristische Laufbahn begann im Jahr 2000 am Verwaltungsgericht Köln. Zwischen 2009 und 2013 wirkte er als Richter an genau jenem Gericht, dem er nun vorsteht. Später wechselte er ans Verwaltungsgericht Düsseldorf, bevor er am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig tätig war.
In der Übergangsphase wurde das Münsteraner Gericht ohne ständigen Präsidenten geführt. Zwei Vizepräsidenten leiteten die Geschäfte und bearbeiteten bedeutende Verfahren, darunter die rechtliche Auseinandersetzung um die Einstufung der AfD als Prüffall. Die Verzögerung bei der Neubesetzung ging auf einen umstrittenen Streit zwischen mehreren Gerichten sowie eine parlamentarische Anfrage zurück.
Neben seinen richterlichen Tätigkeiten sammelte Günther Erfahrungen durch Abordnungen, unter anderem im Bundesjustizministerium, in der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalens sowie im NRW-Justizministerium. Die Präsidentschaft übernahm er bereits im vergangenen Sommer, nachdem Ricarda Brandts 2021 in den Ruhestand gegangen war.
Die Ernennung schließt eine langjährige Führungslücke am Oberverwaltungsgericht Münster. Mit Günthers heutiger Vereidigung ist seine Rolle als neuer Präsident der Institution offiziell besiegelt. Seit seinem Amtsantritt wurden keine dokumentierten Veränderungen bei den Bearbeitungszeiten von Verfahren gemeldet.
