Proteste in Ahaus: Hunderte demonstrieren gegen geplante Atommüll-Transporte aus Berlin und Jülich
Jana HerrmannNeuer Protest gegen Castor-Transport von Atommüll in Ahaus - Proteste in Ahaus: Hunderte demonstrieren gegen geplante Atommüll-Transporte aus Berlin und Jülich
Hunderte Demonstranten versammelten sich am Wochenende in Ahaus, um gegen geplante Transporte von radioaktivem Abfall zu protestieren. Die Kundgebungen richteten sich gegen anstehende Lieferungen hochradioaktiven Materials aus Forschungszentren in Jülich, Garching und Berlin. Nach Angaben der Veranstalter könnte der erste Transport bereits in der kommenden Woche beginnen.
Rund 450 Menschen beteiligten sich an der Protestaktion, die von 58 lokalen Initiativen, Umweltschutzgruppen, Kirchen und politischen Parteien unterstützt wurde. Hauptanliegen ist die Verlegung von bis zu 152 Castor-Behältern mit gefährlichem Abfall vom Forschungszentrum Jülich zum Zwischenlager Ahaus. Weitere Transporte aus Garching und Berlin stehen ebenfalls an.
Kritiker monieren, dass die Umschichtung von Atommüll zwischen provisorischen Standorten wenig sinnvoll sei, solange kein Endlager feststeht. Einige Aktivisten befürchten, dass der erste Transport aus Jülich noch vor den Osterferien in Nordrhein-Westfalen beginnen könnte, die am 26. März starten.
Die rechtliche Genehmigung für die Transporte erteilte das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg am 3. März 2026. Behörden und Betreiber haben jedoch bisher keine offiziellen Zeitpläne oder weitere Details zu den Abläufen veröffentlicht.
Der Protest unterstreicht den anhaltenden Widerstand gegen die Atommüll-Logistik in Deutschland. Da es noch immer keine dauerhafte Lagerstätte gibt, bleibt der Abfall in Zwischenlagern wie Ahaus. Weitere Transporte könnten folgen – abhängig von regulatorischen und betrieblichen Entscheidungen.
