Hagener Schulranzenhändler führt Gebühr gegen "Beratungsdiebstahl" ein
Hagener Schulranzenhändler führt Gebühr gegen "Beratungsdiebstahl" ein
Ein Schulranzenhändler in Hagen verlangt nun Gebühren für persönliche Beratungen
Der Fachhändler Schulranzen Kranz in Hagen erhebt seit Kurzem eine Servicegebühr von 25 Euro für ausführliche Beratungstermine. Mit der Maßnahme will Inhaberin Stefanie Kranz dem sogenannten "Beratungsdiebstahl" vorbeugen – also dem Phänomen, dass Kunden sich vor Ort umfassend informieren, die Ware aber anschließend bei der Konkurrenz kaufen.
Den Anstoß für die Gebühr gab die Beobachtung, dass immer mehr Kundinnen und Kunden die kostenlose Beratung in Anspruch nahmen, ihre Einkäufe jedoch bei Mitbewerbern tätigten. Die individuellen Termine dauern zwischen 45 und 60 Minuten und können im Voraus online gebucht werden.
Die 25 Euro werden erstattet, sobald der Kunde nach der Beratung ein Produkt im Geschäft erwirbt. Laut Schulranzen Kranz entscheiden sich über 90 Prozent der gebührenpflichtigen Beratungskunden anschließend für einen Kauf vor Ort.
Barbara Wolkenhauer, Geschäftsführerin des Einzelhandelsverbands NRW Westfalen-Münsterland, erklärt, dass solche Gebühren in Branchen mit hohem Beratungsaufwand durchaus vertretbar sein können. Ob sie für Kunden tragbar sind, hänge jedoch von der individuellen Situation ab. Bisher habe kein anderer deutscher Händler ein ähnliches Modell öffentlich eingeführt.
Mit der Beratungsgebühr will Schulranzen Kranz verhindern, dass das Unternehmen Umsätze an die Konkurrenz verliert. Wer im Anschluss an die Beratung kauft, erhält die Gebühr als Nachlass zurückerstattet. Bislang ist kein weiterer Händler in Deutschland diesem Beispiel gefolgt.
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