Mainzer Karnevalstradition Allerscheenste feiert 2027 ein Comeback mit neuem Schwung
Jana HerrmannMainzer Karnevalstradition Allerscheenste feiert 2027 ein Comeback mit neuem Schwung
Mainzer Karnevalsverein Allerscheenste kehrt 2027 nach zweijähriger Pause zurück
Die traditionsreiche Mainzer Karnevalsgesellschaft Allerscheenste hat ihre Rückkehr für das Jahr 2027 angekündigt – nach einer zweijährigen Unterbrechung. Der 1986 gegründete Verein hatte seine Aktivitäten aufgrund schrumpfender Mitgliederzahlen und einer überalterten Basis eingestellt. Nun will die Gruppe unter neuer Führung ihre Tradition aus scharfzüngigen Reden und lokaler Satire wiederbeleben.
Die Allerscheenste wurde 1986 von langjährigen Mainzer Bürgern ins Leben gerufen, die den Clown als ihr Symbol wählten. Jahrzehntelang traf sich die Gesellschaft im historischen Augustinerkeller in der Altstadt, wo die Mitglieder in ungeschönter und humorvoller Manier das lokale Geschehen auf die Schippe nahmen. Ihr Motto – „Gott Jokus ist unser Chef, der Augustinerkeller unsere Burg“ – spiegelte ihr Bekenntnis zum traditionellen Kneipenkarneval wider, bei dem die Teilnehmer ohne finanzielles Interesse mitwirkten.
Seit 1996 verleiht der Verein jährlich den Preis „Aller-Allerscheenste“ an herausragende Persönlichkeiten des Mainzer Karnevals. Doch bis 2025 sanken die Mitgliederzahlen stetig, während das Durchschnittsalter auf über 70 Jahre stieg – Grund genug für eine Zwangspause. 2026 fanden keine Sitzungen statt, die Zukunft der Gesellschaft stand infrage. Nun übernimmt Holger Bartz, der 2019 beitrat und mit 60 Jahren zum Vorsitzenden gewählt wurde, die Neuauflage. Sein Ziel: junge Mitglieder gewinnen, ohne den frechen Geist der Gruppe zu verlieren. Regelmäßige Treffen im Augustinerkeller bleiben Pflicht für Neueinsteiger – so soll die Tradition in ihrer ursprünglichen Heimat verwurzelt bleiben.
2027 wird die Allerscheenste ihre Sitzungen wiederaufnehmen, mit Fokus auf Erneuerung. Der Erfolg hängt davon ab, ob es gelingt, jüngere Teilnehmer zu begeistern und gleichzeitig die typische Mischung aus Humor und lokaler Kritik zu bewahren. Nach zwei Jahren ohne Veranstaltungen markiert das Comeback der Gesellschaft einen Neuanfang für eine der ältesten Karnevalsinstitutionen Mainz’.
