11 January 2026, 20:10

Corny Littmann: 50 Jahre Bühnenmagie und queere Pionierarbeit in Hamburg

Ein Plakat für das Ernst-Drucker-Theater in Hamburg, Deutschland, das eine Gruppe von Menschen und den Text "Hamburg im Jahre 2000" zeigt.

Theaterregisseur Corny Littmann feiert 50-jähriges Bühnenjubiläum - Corny Littmann: 50 Jahre Bühnenmagie und queere Pionierarbeit in Hamburg

Corny Littmann, Theaterregisseur, Schauspieler und Impresario, feiert am 13. Januar 50 Jahre Bühnenpräsenz. Seine Karriere begann mit einem Schulstück, doch daraus entwickelte sich ein Erbe, das Hamburgs Kulturszene nachhaltig prägte. Mit mutigen Auftritten und seinem Einsatz für LGBTQ+-Rechte wurde er zu einer der prägendsten Figuren der deutschen Unterhaltungsbranche.

Geboren 1952 in Münster, zog Littmann mit 15 nach Hamburg. Sein Debüt gab er in Ali Baba und die vierzig Räuber – als einer der Räuber. 1976 gründete er mit anderen Brühwarm, Deutschlands erste offen schwule Theatergruppe. Ihre provokanten, politischen Stücke, oft in Zusammenarbeit mit linksalternativen Musikern wie Rio Reiser, machten queere Themen sichtbar und politisierten Hamburgs Off-Szene.

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1982 startete Littmann gemeinsam mit Gunter Schmidt das Tourneetheater Familie Schmidt. Sechs Jahre später eröffneten sie am 8. August 1988 das Schmidt Theater mit der Revue Sag „Bitte“ – und ich singe. Die Mischung aus Varieté und Laienkunst in der Schmidt Midnight Show wurde später zum bundesweiten Erfolg, als der NDR die Sendung ausstrahlte.

1991 erweiterte Littmann sein Schaffen mit dem Schmidts Tivoli, 2015 folgte das Schmidtchen. Neben der Theaterarbeit inszenierte und spielte er selbst, oft in der Rolle „gebrochener Charaktere“. Von 2003 bis 2010 war er zudem Präsident des FC St. Pauli und nutzte die Position, um sich für LGBTQ+-Rechte einzusetzen.

Littmanns fünf Jahrzehnte umfassende Karriere reicht von bahnbrechendem Theater über TV-Erfolge bis hin zu aktivistischem Engagement. Seine Spielstätten bleiben zentrale Orte des Hamburger Kulturlebens, während seine frühe Arbeit mit Brühwarm den Weg für queere Sichtbarkeit in Hamburg ebnete. Das Jubiläum würdigt ein Leben, in dem Kunst, Politik und Unterhaltung verschmolzen.