Private Krankenversicherung 2026: Bis zu 13 Prozent höhere Beiträge drohen
Tim PetersPrivate Krankenversicherung 2026: Bis zu 13 Prozent höhere Beiträge drohen
Privatversicherte in Deutschland müssen 2026 mit deutlichen Beitragserhöhungen rechnen. Rund 60 Prozent der Kunden private Krankenversicherungen (PKV) erwarten eine Steigerung ihrer monatlichen Beiträge um 13 Prozent. Große Anbieter wie Allianz, Signal Iduna und Debeka haben die Erhöhungen bereits angekündigt – für viele Versicherte wird die Police damit kaum noch bezahlbar.
Mehrere große PKV-Unternehmen haben bestätigt, dass die Beiträge ab nächsten Jahr um mindestens 13 Prozent steigen werden. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung und der Spiegel berichten, werden unter anderem R+V und HanseMerkur die Anpassungen bis zum 30. Dezember 2025 umsetzen. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen verzeichnet bereits eine Flut von Anfragen besorgter Versicherter.
Wer von den höheren Kosten betroffen ist, hat jedoch einige Möglichkeiten, die Belastung zu verringern. Ein Wechsel in einen anderen Tarif beim selben Versicherer kann die Beiträge senken – allerdings oft auf Kosten dauerhafter Leistungskürzungen. Alternativ kommt der Basistarif infrage, der Anspruch auf staatliche Zuschüsse bietet, falls der aktuelle Beitrag deutlich höher liegt. Langjährig Versicherte könnten zudem in den Standardtarif wechseln, der bei Erfüllung bestimmter Alters- und Einkommensgrenzen Ersparnisse bringt. Auch eine Anpassung des Leistungsumfangs hilft: Wer etwa auf ein Einbettzimmer im Krankenhaus verzichtet oder sich für eine Hausarztzentrierte Versorgung entscheidet, spart Prämien. Eine weitere Option ist die Erhöhung des Selbstbehalts – allerdings übernehmen Arbeitgeber diesen Betrag nicht, und eine spätere Senkung ist oft ausgeschlossen.
Die Verbraucherzentrale bietet kostenlose Beratung an und stellt ein Muster-Schreiben bereit, mit dem Versicherte nach Alternativen fragen können. Lehnt der Versicherer einen Tarifwechsel ab, kann man sich an den PKV-Ombudsmann wenden. Zudem prüft die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), ob die Beitragserhöhungen rechtmäßig sind.
Angesichts der drastischen Steigerungen müssen Versicherte ihre Optionen sorgfältig abwägen. Beitragssenkungen durch Tarifwechsel oder Leistungskürzungen sind möglich – doch manche Änderungen lassen sich nicht rückgängig machen. Unterstützung bieten Verbraucherschutzorganisationen und Aufsichtsbehörden, die bei der Orientierung helfen.
