Fleischindustrie in der Krise: Preiskampf und Werksschließungen bedrohen Tausende Jobs

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Eine Glasvitrine in einem Metzgerladen mit Tabletts voller Fleisch und Preisschildern, mit Gebäuden und Bäumen im Hintergrund und einer Decke oben.

Fleischindustrie in der Krise: Preiskampf und Werksschließungen bedrohen Tausende Jobs

Deutschlands Fleischindustrie steckt in einer tiefen Krise: Große Verarbeiter schließen Werke, Supermärkte drücken die Preise – die Branche erlebt einen dramatischen Einbruch. In den vergangenen Jahren haben mehrere bekannte Unternehmen Insolvenz angemeldet oder ihren Betrieb eingestellt, als Gründe nennen sie hohe Energiekosten und nachlassende Nachfrage. Nun verschärft ein Preiskampf unter Händlern die Situation weiter und treibt die Fleischpreise auf neue Tiefstände, was die Produzenten zusätzlich unter Druck setzt.

Die Probleme der Fleischbranche haben sich über Jahre zugespitzt. Konzerne wie Tönnies, Westfleisch und die Vion Food Group haben seit 2014 zahlreiche Standorte geschlossen; erst 2023 kündigte Tönnies die Schließung seines Schweineschlachtbetriebs in Wilhelmshaven an. Andere Unternehmen wie Danel Fleisch, Lüders Fleisch und Brand Qualitätsfleisch befinden sich in Insolvenzverfahren. Auch regionale Schlachthöfe und Wurstwarenhersteller kämpfen ums Überleben – steigende Kosten und ein rückläufiger Fleischkonsum drängen sie aus dem Markt.

Der jüngste Schlag kommt von Supermärkten und Discountern, die die Preise radikal senken. Aldi Süd hat die Kosten für Schweineschnitzel, Koteletts, Gulasch und Gyros reduziert, Norma bietet Schweinekoteletts, Minute-Steaks und Hackfleisch günstiger an. Der Preiskampf begann bei der Butter, wo 250 Gramm mittlerweile für unter einen Euro zu haben sind. Die Schweinepreise sind abgestürzt: Der Schlachtschweinpreis sank innerhalb einer Woche um 15 Cent auf 1,45 Euro pro Kilogramm. Bei Aldi Süd kostet eine 800-Gramm-Packung Schweinehackfleisch nun 3,79 Euro. Mit den Werksschließungen steigen auch die Arbeitsplatzverluste: Die Vion Food Group stellt ihren Rindfleisch-Zerlegebetrieb in Hilden ein, rund 160 Mitarbeiter sind betroffen. Gleichzeitig beendet der Wursthersteller EWN Wurstspezialitäten die Produktion in Britz – 500 Jobs fallen weg. Der Westfalen-Lippe-Landwirteverband warnt, der Preisdruck werde die Umbrüche in der Schweinehaltung beschleunigen und weitere Erzeuger aus dem Markt drängen.

Der Verfall der Fleischpreise und die anhaltenden Werksschließungen deuten auf tiefgreifende Veränderungen in der deutschen Lebensmittelbranche hin. Da der Handel die Kosten weiter drückt und die Energiekosten hoch bleiben, dürften immer mehr Verarbeiter und Bauernhöfe in finanzielle Bedrängnis geraten. Die Entwicklung könnte die Fleischproduktion und den Verkauf in den kommenden Jahren grundlegend verändern.

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