Warendorf hält an umstrittenen Straßennamen trotz NS-Debatte fest
Tobias ZimmermannWarendorf hält an umstrittenen Straßennamen trotz NS-Debatte fest
Stadt Warendorf behält umstrittene Straßennamen bei
Der Stadtrat von Warendorf hat beschlossen, die Namen von drei Straßen trotz Forderungen nach einer Umbenennung beizubehalten. Eine Bürgerinitiative hatte empfohlen, die Straßen wegen mutmaßlicher Verbindungen ihrer Namensgeber zu NS-Persönlichkeiten umzubenennen. Die Entscheidung folgt einer umfassenderen Überprüfung von 14 Straßen im Jahr 2023.
Die betroffenen Straßen – Wagenfeldstraße, Agnes-Miegel-Weg und Heinrich-Tenhumberg-Straße – standen im Mittelpunkt einer längeren Debatte. 2023 hatte eine Bürgergruppe vorgeschlagen, 14 Straßen umzubenennen, deren Namenspaten möglicherweise NS-Verbindungen hatten. Einige Straßen trugen sogar Namen wie den von Heinrich Himmler, was in der Öffentlichkeit auf Kritik stieß.
Der Rat erwog Kompromisslösungen, etwa den Austausch eines Zitats von Agnes Miegel am Rathaus durch ein Spruch des ortsansässigen Autors Paul Schallück. Diese Vorschläge wurden jedoch verworfen. Stattdessen setzte die Mehrheit auf Kosteneinsparungen und verwaltungstechnischen Aufwand – allein neue Straßenschilder hätten rund 5.700 Euro gekostet.
Reinhold Schoppmann von der Bürgerallianz kritisierte die Entscheidung als Missachtung der öffentlichen Beteiligung. Ratsmitglied André Wenning verteidigte die Wahl und betonte, die Präferenzen der Anwohner stünden im Vordergrund. Auch die Gedenktafel mit Miegels Zitat am Rathaus bleibt erhalten.
Mit dem Beschluss bleiben die drei Straßennamen unverändert. Weitere Schritte sind nicht geplant, und die Stadt spart sich die Ausgaben für neue Schilder. Das Ergebnis zeigt die Abwägung zwischen historischen Bedenken und Haushaltszwängen.






