30 December 2025, 12:24

Henriette Reker bereut umstrittene „Armlängen“-Äußerung nach Kölner Silvesterangriffen

Ein Plakat mit Bildern von Frauen und begleitendem Text.

Henriette Reker zu ihrer 'Distanz' - Äußerung: 'Es war falsch' - Henriette Reker bereut umstrittene „Armlängen“-Äußerung nach Kölner Silvesterangriffen

Henriette Reker, die von 2015 bis 2025 Kölner Oberbürgermeisterin war, hat Bedauern über ihre umstrittenen Äußerungen im Anschluss an die Silvesterangriffe 2015/2016 geäußert. Die Vorfälle, bei denen Hunderte Strafanzeigen eingingen, lösten in Deutschland eine breite Debatte über öffentliche Sicherheit und Migrationspolitik aus.

Bei den Angriffen in der Kölner Silvesternacht 2015/2016 wurden 1.210 Straftaten angezeigt, darunter 511 Fälle von sexueller Belästigung. Die Behörden erhoben später gegen 46 Personen Anklage, von denen 36 verurteilt wurden. Die meisten Beschuldigten stammten aus Nordafrika, vor allem aus Algerien und Marokko.

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Reker geriet nach den Vorfällen in die Kritik, weil sie nahegelegt hatte, Frauen könnten Risiken verringern, indem sie Fremde 'auf Armlänge' hielten. Nun räumt sie ein, dass diese Aussage unangemessen war, und erklärt, sie habe sich dabei auf eine Parteibroschüre zum Thema Sicherheit bei Veranstaltungen bezogen. Die Bemerkung sorgte für zusätzliche Aufmerksamkeit, da Reker selbst kurz zuvor während ihres ersten Wahlkampfs ein Messerattentat überlebt hatte. Die Ereignisse befeuerten zudem die nationale Diskussion über die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel und das Vertrauen der Bevölkerung in die Sicherheitsbehörden. Reker, die zunächst von einer Koalition aus CDU, Grünen und FDP unterstützt wurde, regierte später nur noch mit Rückendeckung von CDU und Grünen. Frühere Karriereförderung hatte sie von Olaf Scholz erhalten, der damals Erster Bürgermeister Hamburgs war – und zwar noch vor den Silvestervorfällen.

Rekers zehnjährige Amtszeit als Oberbürgermeisterin endete 2025 und hinterlässt ein vielschichtiges Erbe, das eng mit den Angriffen von 2016 verknüpft ist. Ihre spät geäußerte Reue für die 'Armlängen'-Aussage kommt Jahre, nachdem die Vorfälle die Debatten über Sicherheit und Integration in Deutschland nachhaltig geprägt haben. Die Verurteilung von 36 Tätern bleibt ein zentrales Ergebnis der Ermittlungen.