Deutsche Bahn modernisiert Strecke Hagen–Köln nur halbherzig – veraltete Stellwerke bleiben
Tim PetersDeutsche Bahn modernisiert Strecke Hagen–Köln nur halbherzig – veraltete Stellwerke bleiben
Die Deutsche Bahn hat Pläne zur Modernisierung von Teilen der Bahnstrecke Hagen–Wuppertal–Köln bekannt gegeben, doch zentrale Stellwerke bleiben veraltet. Die Entscheidung stößt auf Kritik, da fünf der Stellwerke entlang der Strecke in schlechtem oder sehr schlechtem Zustand sind. Trotz der Bedenken sind für diese wichtigen Komponenten keine Aufrüstungen vorgesehen.
Der InfrastrukturBetreiber DB Netz AG leitet das Sanierungsprojekt entlang der stark frequentierten Strecke. Allerdings bestätigte das Unternehmen, dass acht Stellwerke – darunter die in Schwelm, Solingen und am Hagener Hauptbahnhof – nicht ersetzt werden. Drei davon sind als "schlecht" eingestuft, während die Stellwerke in Wuppertal-Oberbarmen und Wuppertal-Steinbeck sogar als "sehr schlecht" gelten.
Als Gründe für den Verzicht nannte das Unternehmen zu kurze Planungszeiten und das Fehlen bestehender Projekte. Zudem wird das moderne Zugsicherungssystem European Train Control System (ETCS) auf dieser Strecke nicht eingeführt. Nur sechs Hauptbahnhöfe erhalten eine vollständige Sanierung, wobei vier davon als "zukunftssicher" gelten. Die Modernisierung der sechs S-Bahn-Stationen hingegen ist frühestens für Ende 2027 vorgesehen.
Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Matthias Gastel kritisierte die Entscheidung als vertane Chance, Sicherheit und Effizienz zu verbessern. Ulrich Lange, ein weiterer Kritiker, bezeichnete die Teil-Sanierungen als "halbherzige Lösung".
Damit bleiben fünf Stellwerke in mangelhaftem Zustand – ohne konkrete Pläne für einen Austausch. Reisende auf der Strecke Hagen–Wuppertal–Köln müssen sich mit begrenzten Verbesserungen begnügen, da sich die meisten Maßnahmen auf ausgewählte Bahnhöfe statt auf die kritische Infrastruktur konzentrieren. Auch die Verzögerungen bei der Sanierung der S-Bahn-Stationen dauern voraussichtlich bis mindestens 2027 an.
