Wie ARD und ZDF mit persönlichen Geschichten junge Zuschauer zurückgewinnen

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Eine alte Zeitungsanzeige mit fetter Schrift und Bildern von verschiedenen, strahlenden Individuen unterschiedlichen Alters, Geschlechts und Ethnien, die direkt in die Kamera schauen.Admin User

Wie ARD und ZDF mit persönlichen Geschichten junge Zuschauer zurückgewinnen

ARD und ZDF setzen auf neue Wege, um junge Zuschauer zu erreichen – mit einem Wandel im journalistischen Erzählen. Reportageformate wie exactly, Crisis oder Ultraviolett stories rücken Reporter:innen in den Mittelpunkt und verbinden persönliche Erfahrungen mit klassischer Berichterstattung. Ihr Markenzeichen: emotionale, ich-perspektivische Erzählweisen, die besonders bei jüngeren Zielgruppen Anklang finden.

Doch der Trend weg von traditioneller Neutralität hin zu Authentizität und direkter Ansprache wirft Fragen auf: Wie lässt sich die Balance halten – zwischen Nähe und journalistischer Sorgfalt, zwischen packender Erzählung und inhaltlicher Tiefe?

Die neuen Formate brechen bewusst mit konventionellem Journalismus. Sendungen wie VOLLBILD von Janine Beicht, exactly von Paul Schreyer und Clara Weiss oder Crisis – Hinter der Front von Paul Ronzheimer machen Reporter:innen zu den Hauptprotagonisten. Ihre subjektiven Blickwinkel prägen die Geschichten und lassen komplexe Themen greifbar und menschlich wirken.

Gerade bei jüngeren Zuschauer:innen kommt dieser Stil an – viele empfinden klassische Nachrichten als distanziert oder unpersönlich. Die emotionale Tonalität und direkte Ansprache schaffen Vertrauen, besonders bei Themen wie sozialer Gerechtigkeit oder psychischer Gesundheit. Kritiker:innen warnen jedoch, dass die Dominanz der Reporter:innen-Stimme die eigentliche Thematik in den Hintergrund drängen kann – ein Phänomen, das manche als „Selfie-Journalismus“ bezeichnen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die inhaltliche Tiefe. Viele Formate setzen auf persönliche Nähe statt auf investigative Recherche oder breite Kontextualisierung. Themen und Perspektiven wiederholen sich mitunter, ohne neue Erkenntnisse zu liefern. Erste Rückmeldungen deuten zudem auf eine gewisse Ermüdung bei jungen Zuschauer:innen hin, die sich an zu ähnlichen „Ich-zentrierten“ Erzählungen reiben.

Die Macher:innen hinter den Sendungen – darunter Charlotte Thoms und Antonia Simon (Ultraviolett stories) oder die Beiträger:innen von PULS Reportage – betonen hingegen, dass ihre Arbeit unterrepräsentierten Stimmen Gehör verschafft. Für die öffentlich-rechtlichen Sender ergibt sich daraus eine Herausforderung: Wie lassen sich journalistische Standards wahren, ohne die emotionale Zugkraft zu verlieren, die das Publikum bindet?

Dass die Ich-Perspektive im öffentlichen Rundfunk bleiben wird, steht außer Frage. Ihre Fähigkeit, junge Menschen zu erreichen, ist unbestritten – doch die Zukunft des Formats hängt davon ab, ob es gelingt, die Waage zu halten. Erfolg wird davon abhängen, investigative Arbeit zu stärken, frische Blickwinkel zu finden und Geschichten zu erzählen, die über die eigene Reporter:innen-Perspektive hinausgehen.

Für ARD und ZDF bedeutet das: Authentizität bewahren, ohne in Selbstbezogenheit abzurutschen. Das Ziel bleibt Journalismus, der verbindet und informiert*.

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