03 April 2026, 08:08

Woidke warnt: AfD wird zur bundesweiten Gefahr – nicht nur im Osten

Gruppe von Menschen mit einem Banner mit der Aufschrift "Öffnet die Grenzen, rettet Leben, kämpft gegen Faschismus" vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einem Mast, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Straße.

Woidke warnt: AfD wird zur bundesweiten Gefahr – nicht nur im Osten

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke hat vor dem wachsenden Einfluss der AfD in ganz Deutschland gewarnt. Seine Äußerungen folgen auf die starken Wahlergebnisse der Partei bei jüngsten Kommunal- und Bundestagswahlen, darunter Stichwahlsiege in Nordrhein-Westfalen. Woidke betonte, dass Rechtsextremismus längst kein ostdeutsches Phänomen mehr sei, sondern ein gesamtdeutsches Problem darstelle.

Der Aufstieg der AfD in Westdeutschland zeigt sich in aktuellen Wahlerfolgen. In Gelsenkirchen zog die Partei in die Stichwahl um das Bürgermeisteramt ein, bei der Bundestagswahl 2021 wurde sie stärkste Kraft in Gelsenkirchen und Kaiserslautern. In Pforzheim erreichte sie fast 30 Prozent. Auch auf Landesebene sind ähnliche Trends erkennbar: 19,5 Prozent in Rheinland-Pfalz (2021) und 18,8 Prozent in Baden-Württemberg (2026) – ein deutlicher Anstieg gegenüber früheren Ergebnissen.

Woidke nannte wirtschaftliche Unzufriedenheit als zentralen Treiber: 69 Prozent der Unternehmensführer sind unzufrieden mit der Regierungspolitik. Viele Wähler fühlten sich vom politischen Establishment ignoriert, insbesondere bei Themen wie finanzieller Belastung und kulturellem Wandel. Auch die zunehmende Akzeptanz der AfD trotz ihrer radikalen Ausrichtung spiele eine Rolle.

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Der Ministerpräsident verglich die aktuellen Angriffe auf Minderheiten und Jugendzentren mit denen der 1990er-Jahre. Er räumte ein, dass die frühere Taktik Brandenburgs, die AfD zu ignorieren, deren Einfluss nicht habe bremsen können. Stattdessen plädierte er für eine direkte Auseinandersetzung mit den Inhalten der Partei – und nicht für Schweigen.

Woidke wies zudem die Vorstellung zurück, Rechtspopulismus sei allein ein ostdeutsches Problem. Er bezeichnete ihn als europäischen und globalen Trend, der entschlossenere Gegenmaßnahmen erfordere – möglicherweise sogar repressive Schritte. Allerdings warte er zunächst eine gerichtliche Entscheidung ab, ob die AfD als extremistisch einzustufen sei, bevor über ein Verbot nachgedacht werde.

Die Ausweitung der AfD in Westdeutschland spiegelt eine breitere Unzufriedenheit mit der etablierten Politik wider. Woidkes Warnungen unterstreichen den Wandel der Partei von einer regionalen Randerscheinung zu einem bundesweiten Akteur. Rechtliche und politische Reaktionen hängen nun von anstehenden Gerichtsurteilen und der öffentlichen Debatte ab.

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