Wohnbauprojekt Moltkedorf in Willich spaltet Anwohner und Stadtverwaltung
Tim PetersWohnbauprojekt Moltkedorf in Willich spaltet Anwohner und Stadtverwaltung
Ein großes Wohnbauprojekt in Willich stößt auf massiven Widerstand bei Anwohnern. Die Stadt plant auf einem 2,9 Hektar großen Gelände namens Moltkedorf 200 Wohnungen zu errichten, um den dringenden Wohnraumbedarf zu decken. Doch 156 Bürger haben offiziell Widerspruch eingelegt – mit Verweis auf Befürchtungen wegen zunehmenden Verkehrs, des Verlusts von Grünflächen und der Dimension des Vorhabens.
Das geplante Baugebiet Moltkedorf soll Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften und mehrgeschossige Wohnungen in einer Hofbebauung umfassen. Der Zugang würde über die Moltkestraße erfolgen, ergänzt durch ein einseitiges Ringsystem für den Verkehr, Parkplätze und möglicherweise eine Tiefgarage. Rad- und Fußwege sollen die Kruse-Straße mit An Liffersmühle verbinden, während die nahegelegene Flüchtlingsunterkunft bis Ende des Jahres geschlossen werden soll.
Anwohner kritisieren, dass das Projekt zu dicht bebaut sei – insbesondere, da viergeschossige Gebäude über Kleingartenanlagen ragen würden. Sie fürchten den Verlust eines Grünstreifens an der Moltkestraße 31–35, der als Lebensraum für Tiere und natürliche Barriere dient. Zudem warnen sie vor mehr Verkehr, Parkplatzmangel und erschwertem Zugang für Rettungsfahrzeuge.
In einer gemeinsamen Erklärung, die bereits von über 70 Bürgern unterzeichnet wurde und weitere Unterstützer findet, fordern die Anwohner einen Stopp des Projekts. Sie verlangen eine unabhängige Umweltprüfung, den Erhalt der Grünflächen und eine bessere Bürgerbeteiligung. Die Initiative betont, wie wichtig Grünzonen für Kühlung, Regenwasserspeicherung und Artenvielfalt sind – besonders angesichts des fortschreitenden Klimawandels.
Die Stadt steht unter Druck, die Pläne für Moltkedorf zu überdenken. Die Anwohner wünschen sich ein überarbeitetes Konzept, das Verkehr, Bebauungsdichte und ökologische Belange besser berücksichtigt. Ohne Änderungen droht das Projekt jedoch trotz breiter lokaler Ablehnung umgesetzt zu werden.






