19 March 2026, 14:12

Westfalen-Lippe kämpft mit bundesweit geringster Hausarzt-Dichte – nur 61 pro 100.000 Einwohner

Plakat einer historischen Karte der ersten Grafschaft Tirol, das geografische Merkmale wie Flüsse, Berge und Städte zeigt und von begleitendem Text über die Region und ihre Bewohner informiert.

Arztmangel in NRW: Streit um effektive Maßnahmen - Westfalen-Lippe kämpft mit bundesweit geringster Hausarzt-Dichte – nur 61 pro 100.000 Einwohner

Westfalen-Lippe hat bundesweit die wenigsten Hausärzte pro Kopf

Neuen Zahlen zufolge verfügt Westfalen-Lippe über die geringste Dichte an Hausärzten in ganz Deutschland. In der Region kommen nur noch 61 Allgemeinmediziner auf 100.000 Einwohner – damit landet sie auf dem letzten Platz unter den 17 Kassenärztlichen Vereinigungen des Landes. Kritiker machen für den Mangel jahrelange politische Versäumnisse verantwortlich und entfachen damit eine erneute Debatte über die medizinische Versorgung in ländlichen Gebieten.

Die aktuellen Daten des Bundesärzteregisters offenbaren eklatante regionale Unterschiede bei der Verfügbarkeit von Hausärzten. Während Mecklenburg-Vorpommern auf 77 Allgemeinmediziner pro 100.000 Einwohner kommt, hinkt Westfalen-Lippe mit nur 61 deutlich hinterher. Die stellvertretende SPD-Vorsitzende Lisa-Kristin Kapteinat bezeichnete die Zahlen als "vernichtendes Urteil" über die Bilanz von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Sie warnte vor einer weiteren Verschärfung der Versorgungslücken in der Region.

Laumann wies die Vorwürfe zurück und verwies auf bereits ergriffene Maßnahmen zur Bekämpfung des Ärztemangels. Ein seit 2009 laufendes Aktionsprogramm habe bereits über 1.000 neue Praxen in unterversorgten Gebieten gefördert, wobei 29 Millionen Euro investiert wurden – 80 Prozent davon flossen nach Westfalen-Lippe. Das Land war zudem das erste in Deutschland, das eine Landarztquote einführte: 1.100 Medizinstudierende verpflichteten sich, nach ihrem Abschluss ein Jahrzehnt lang als Hausärzte in der Region zu arbeiten.

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Trotz dieser Initiativen werden die ersten Ärzte aus dem Quotenprogramm erst 2030 ihre Tätigkeit aufnehmen. Aufgrund der langen Ausbildungsdauer bleibt Entlastung für die Patienten noch Jahre auf sich warten – viele Gemeinden müssen weiterhin mit erheblichen Schwierigkeiten bei der grundärztlichen Versorgung kämpfen.

Die Zahlen unterstreichen die wachsende Kluft bei der Hausarztversorgung in Deutschland. Mit Westfalen-Lippe auf dem letzten Platz leiden die Bewohner der Region besonders unter dem eklatanten Ärztemangel. Die Politik steht nun unter Druck, Lösungen zu beschleunigen, bevor die ersten Quoten-Ärzte später in diesem Jahrzehnt in den Beruf einsteigen.

Quelle