Vincent Bollorés konservatives Institut de l'Espérance will Frankreichs Rechte prägen
Tobias ZimmermannVincent Bollorés konservatives Institut de l'Espérance will Frankreichs Rechte prägen
Ein neues konservatives Denkfabrik-Projekt: Das Institut de l'Espérance
2021 gründete der Milliardär Vincent Bolloré in Frankreich das Institut de l'Espérance, eine konservative Denkfabrik, die verschiedene Strömungen der Rechten durch Debatten zu Sicherheit, Identität und wirtschaftlicher Freiheit vereinen will. Ihre Gründung fällt in eine Phase des Umbruchs in der französischen Rechtspolitik, in der kulturelle Themen zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Hinter dem Institut steht Bolloré, ein katholisch-konservativer Unternehmer, der bereits mehrfach Medien und politische Gruppen unterstützt hat, die seiner Weltanschauung entsprechen. Es ist Teil eines größeren Netzwerks konservativer und liberaler Organisationen, die mit ihm verbunden sind. Anders als manche rechte Bewegungen strebt das Institut keine Abschaffung des Abtreibungsrechts an, setzt sich aber für die Lockerung von Restriktionen bei abtreibungskritischer Meinungsäußerung ein.
Zum Führungsteam gehören Jean-Christophe Thiery, Philippe Royer und Chantal Barry – allesamt überzeugte christdemokratische Persönlichkeiten. Ihr Ziel ist es, wirtschaftlichen Liberalismus, traditionelle Werte und eine Kritik am Multikulturalismus zu einer kohärenten konservativen Lehre zu verbinden. Derzeit prüft die Denkfabrik 100 Politikvorschläge, die Themen wie Migration, öffentliche Ausgaben, Unternehmensgründungen und patriotische Werte abdecken.
In Frankreich spielten Denkfabriken traditionell auf der Rechten eine geringere Rolle als auf der Linken, wo ähnliche Institute größeren Einfluss besitzen. Das Institut de l'Espérance will dies ändern, indem es politische Analysen, christliche Grundsätze und kulturelles Engagement verbindet.
Das Institut betritt eine politische Landschaft, in der sich die französische Rechte neu ausrichtet. Durch die Fokussierung auf kulturelle und wirtschaftliche Debatten strebt es an, ein strukturiertes ideologisches Gerüst zu bieten. Ob es in einem Land, in dem konservative Denkfabriken bisher randständig blieben, Fuß fassen kann, wird davon abhängen, ob es in den kommenden Jahren die politische Diskussion prägen kann.






