Thüringen startet bundesweit einzigartiges Projekt gegen digitale sexualisierte Gewalt an Schulen
Tobias ZimmermannThüringen startet bundesweit einzigartiges Projekt gegen digitale sexualisierte Gewalt an Schulen
Einzigartiges Präventionsprojekt in Thüringen erreicht Tausende Schüler im Kampf gegen digitale sexualisierte Gewalt
In Thüringen hat ein beispielloses Präventionsprojekt Tausende Schülerinnen und Schüler erreicht, um digitale sexualisierte Gewalt einzudämmen. Yasmina Ramdani leitete Workshops an Schulen in der gesamten Region und half jungen Menschen, Online-Risiken zu verstehen und angemessen darauf zu reagieren. Die Initiative kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Studien zeigen, dass fast die Hälfte aller Jugendlichen solche Gewaltformen erlebt.
Das Pilotprojekt, finanziert von der Thüringer Landesbeauftragten für den Kinderschutz, war das erste seiner Art in Deutschland. Ramdanis Workshops konzentrierten sich darauf, digitale Erlebnisse in reale Gespräche zu übersetzen, um es Schülerinnen und Schülern zu erleichtern, schädliches Verhalten zu erkennen und zu thematisieren. Zu den Themen gehörte auch Cybergrooming, bei dem Täter Kinder und Jugendliche in Chats gezielt ansprechen, um sie später zu belästigen oder zu missbrauchen.
Viele Vorfälle ereignen sich innerhalb von Freundeskreisen oder Klassenchats, was die Notwendigkeit offener Gespräche unterstreicht. Lehrkräfte erkennen zwar die Bedeutung an, digitale sexualisierte Gewalt zu thematisieren, fühlen sich aber oft überfordert. Auch Eltern wurden ermutigt, das eigene Verhalten zu reflektieren und mit ihren Kindern über Grenzen zu sprechen.
Die Dringlichkeit des Projekts wird durch aktuelle öffentliche Debatten verdeutlicht, etwa durch die Vorwürfe von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen. Solche Fälle lenken den Blick auf das größere Problem der digitalen Gewalt gegen Frauen. Laut der Jugendsexualitätsstudie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung ist fast jeder zweite junge Mensch von sexualisierter Online-Gewalt betroffen.
Die Thüringer Workshops erreichten rund 5.000 Schülerinnen und Schüler und vermittelten praktische Strategien, um digitale Risiken zu bewältigen. Zwar gibt es bundesweit keine einheitlichen Daten zu ähnlichen Programmen, doch das Projekt setzt Maßstäbe für Präventionsarbeit. Schulen und Familien erhalten nun klarere Handlungsempfehlungen, um sexualisierte Online-Gewalt im Alltag zu thematisieren.






