03 April 2026, 00:10

"Sündenwald" in Manheim: Räumung beginnt nach monatelangem Widerstand der Aktivisten

Menschen protestieren auf einer Straße, halten Fahnen und Plakate, mit Bäumen und Himmel im Hintergrund.

"Sündenwald" in Manheim: Räumung beginnt nach monatelangem Widerstand der Aktivisten

Der "Sündenwald" in Manheim soll in den kommenden Tagen gerodet werden – nach monatelangen Verzögerungen. Das letzte verbleibende Waldstück von etwa einem Hektar Größe war im Sommer von Aktivist:innen besetzt worden, die in Baumhäusern lebten. Nun halten sich nur noch eine Handvoll Protestierende vor Ort auf, während die Behörden die Räumung vorbereiten.

Ursprünglich sollte die Abholzung erst Ende 2024 beginnen. Doch die Aktivist:innen konnten die Rodung bis jetzt aufhalten. Das Gelände gehört fast vollständig dem Energiekonzern RWE, der den Boden über der Braunkohle benötigt, um Abraumhalden zu unausgleichen. Rund 250 Millionen Kubikmeter Manheimer Erde werden für geplante Seenprojekte benötigt – die Rodung gilt daher als unvermeidbar.

Die Stadt Kerpen hat nun ab dem 6. Oktober um Mitternacht ein Betretungsverbot für das Gebiet verhängt. Eine Allgemeinverfügung untersagt allen Außenstehenden, den Wald zu betreten oder zu durchqueren, bis die Räumung abgeschlossen ist. Trotz Aufrufen aus der Widerstandsszene zu Sachspenden wie Lebensmitteln und Kleidung gibt es bisher keine Berichte über öffentliche Unterstützung oder geplante Protestaktionen von Aktivistengruppen.

Für Montag, 11:00 Uhr, ist vor Ort eine Pressekonferenz angesetzt. Unterdessen halten sich noch etwa fünf bis zehn Personen im Wald auf und nutzen die vorhandene Infrastruktur. Mit der bevorstehenden Abholzung droht den letzten Protestierenden die Räumung, da die Stadt das Betretungsverbot durchsetzt. Die Erde soll für RWEs Renaturierungsarbeiten verwendet werden – damit endet die Besetzung des Waldes. Bisher wurden keine weiteren organisierten Widerstandsaktionen dokumentiert.

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