Streik in NRW: Warum Eltern jetzt für den Schulweg ihrer Kinder kämpfen müssen
Tobias ZimmermannStreik in NRW: Warum Eltern jetzt für den Schulweg ihrer Kinder kämpfen müssen
Streikbedingtes Fernunterrichtsverbot in NRW bringt Eltern in die Bredouille
In Nordrhein-Westfalen sorgt ein landesweites Verbot von Distanzunterricht während Streiks im Öffentlichen Nahverkehr für wachsende Verärgerung bei vielen Eltern. Selbst wenn Streiks die Fahrpläne durcheinanderbringen, dürfen Schulen nicht auf Online-Unterricht umstellen. Stattdessen müssen Eltern selbst dafür sorgen, dass ihre Kinder trotz Transportproblemen zur Schule kommen.
Aufmerksam wurde das Problem, als die Gesamtschule Rosenhöhe in Bielefeld für ältere Schüler während eines angekündigten Streiks Distanzunterricht vorschlug. Das Schulministerium des Landes lehnte dies jedoch mit Verweis auf die Schulpflicht ab. Laut offiziellen Richtlinien sind lediglich freiwillige digitale Aufgaben – nicht aber vollständiger Fernunterricht – als Ergänzung erlaubt.
Der Nahverkehrsbetreiber MoBiel hat zwar zugesagt, den Schülertransport während des für Freitag geplanten Streiks priorisiert zu behandeln. Dennoch sehen sich viele Eltern vor große Herausforderungen gestellt. Manche besitzen kein Auto, arbeiten in Vollzeit oder sind alleinerziehend – Faktoren, die es schwierig machen, die Anwesenheit der Kinder in der Schule zu gewährleisten.
Vor dem Verbot hatten einige Schulen in der Region gelegentlich bestimmte Jahrgangsstufen während Streiks in den Distanzunterricht verlegt. Konkrete Zahlen dazu wurden jedoch nicht bekannt, und diese Option hat das Land nun endgültig gestrichen. Seither müssen Eltern ihre Arbeitszeiten umorganisieren oder alternative Transportmöglichkeiten finden, um die Präsenzpflicht einzuhalten.
Die Regelung zwingt Eltern nun, sich während Streiks selbst um den Schulweg ihrer Kinder zu kümmern. Da Schulen keinen Ersatzunterricht anbieten dürfen, bleibt den Familien nichts anderes übrig, als die Folgen der Ausfälle zu bewältigen. Zwar könnte MoBiels Fokus auf Schulverbindungen etwas Entlastung bringen – doch für diejenigen, die keine flexiblen Lösungen haben, bleibt die Situation schwierig.






