24 April 2026, 12:11

Karenztage-Pläne stoßen auf massive Ablehnung bei Arbeitnehmern und Experten

Plakat mit dem Text "Beende den Job: Gesundheit sollte ein Recht sein, nicht ein Privileg" und einer Karte mit der Aufschrift "Mache niedrigere Gesundheitskosten permanent und schließe die Versorgungslücke für amerikanische Familien."

Karenztage-Pläne stoßen auf massive Ablehnung bei Arbeitnehmern und Experten

Eine neue Studie der Krankenkasse TK zeigt deutliche Ablehnung von Kürzungen beim Krankengeld unter deutschen Arbeitnehmern. Die Umfrage #whatsnext ergab, dass zwei Drittel der Befragten Pläne zur Wiedereinführung von Karenztagen – also Tagen ohne Lohnfortzahlung im Krankheitsfall – strikt ablehnen. Unterdessen sind Politiker und Experten weiterhin uneinig über die für 2025 geplanten möglichen Änderungen.

Die Debatte um das Krankengeld hat an Fahrt aufgenommen, nachdem der FDP-Politiker Carl-Julius Cronenberg für das kommende Jahr bis zu drei Karenztage vorgeschlagen hatte. Das würde bedeuten, dass Beschäftigte für die ersten Krankheitstage keinen Lohn erhalten. Doch NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann warnte vor diesem Vorhaben und verwies auf negative Erfahrungen aus der Vergangenheit, als ähnliche Regelungen galten.

Eine Untersuchung des ZEW Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung brachte die bestehende Krankengeldregelung mit einem Anstieg kurzfristiger Fehlzeiten in diesem Jahr in Verbindung. Die Personalexpertin Magdalena Rogl kritisierte jedoch den Fokus auf finanzielle Sanktionen. Sie betonte, dass Vertrauen und eine unterstützende Unternehmenskultur weitaus wirksamer seien, um unnötige Fehlzeiten zu reduzieren.

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Die TK-Studie unterstrich zudem die Erwartungen der Arbeitnehmer an einfühlsame Führung. Beschäftigte wünschen sich, dass Vorgesetzte ihre gesundheitlichen Bedenken ernst nehmen, statt strengere Krankengeldregeln durchzusetzen. Viele Unternehmen setzen inzwischen auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und den Aufbau von Vertrauen – anstatt Leistungen zu kürzen.

Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK, warnte davor, dass eine Reduzierung des Krankengelds nach hinten losgehen könnte. Er ist überzeugt, dass eine solche Maßnahme Arbeitnehmer dazu verleiten würde, Arztbesuche hinauszuzögern, was letztlich zu längeren und häufigeren Ausfallzeiten führen würde. Das NRW-Arbeitsministerium unterstützte diese Position und betonte, dass Arbeitgeber mehr Verantwortung für den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz übernehmen müssten.

Ohne gesetzliche Grundlage können Unternehmen Karenztage nicht einseitig einführen. Das aktuelle System bleibt vorerst bestehen, doch die politische und wirtschaftliche Diskussion geht weiter. Derzeit scheint die Wirtschaft stärker darauf bedacht zu sein, Vertrauen aufzubauen und Arbeitsbedingungen zu verbessern, als Krankengeldleistungen zu kürzen.

Quelle