Henkel kämpft mit explodierenden Kosten nach Ukraine-Krieg und Ölpreisschock
Jana HerrmannHenkel kämpft mit explodierenden Kosten nach Ukraine-Krieg und Ölpreisschock
Henkel, der Düsseldorfer Konzern hinter Marken wie Persil und Schwarzkopf, steht unter zunehmendem finanziellen Druck durch steigende Kosten. Das Unternehmen, das weltweit rund 47.000 Mitarbeiter beschäftigt, sieht sich mit stark gestiegenen Ausgaben konfrontiert – ausgelöst durch explodierende Ölpreise und Lieferkettenstörungen. Zwar bleiben die Kunden den Marken treu, doch nutzen sie die Produkte angesichts der Preiserhöhungen nun sparsamer.
Der Auslöser der Krise war der russische Angriff auf die Ukraine im Februar 2022. Innerhalb weniger Wochen schnellen die Ölpreise von etwa 90 Dollar pro Barrel auf über 130 Dollar in die Höhe. Dieser Anstieg trieb die Kosten für Rohstoffe, Logistik und Energie in die Höhe – allesamt zentrale Faktoren für Henkels Produktion.
Lieferanten und Logistikunternehmen gaben ihre gestiegenen Ausgaben an Henkel weiter. Im Zeitraum 2022–2023 stiegen die Beschaffungskosten des Konzerns für petrochemische Erzeugnisse, Metalle und energieintensive Materialien um 30 bis 40 Prozent. Je länger das Unternehmen mit Preisanpassungen wartete, desto stärker litten die Gewinnmargen.
Im vergangenen Jahr erzielte Henkel einen Umsatz von rund 20,5 Milliarden Euro. Trotz der starken Markenbindung begannen die Verbraucher aufgrund der Preiserhöhungen, die Produkte weniger häufig zu nutzen. Der Vorstandsvorsitzende warnte, dass weitere Verzögerungen bei der Preisanpassung die finanzielle Belastung nur verschärfen würden.
Um die Widerstand der Kunden zu mildern, setzt das Unternehmen nun stärker auf die Hervorhebung der Produktvorteile, um die höheren Kosten zu rechtfertigen. Bis 2024–2025 hatten sich die Lieferketten allmählich stabilisiert, was einen Teil des früheren Kostendrucks abmilderte.
Henkel kämpft weiterhin mit den Folgen der anhaltend hohen Kosten. Mit dem Fokus auf Produktqualität versucht der Konzern, das Vertrauen der Kunden zu bewahren und gleichzeitig die finanzielle Belastung abzufedern. Zwar könnte sich der Preisdruck mit der schrittweisen Erholung der Lieferketten verringern – die Auswirkungen der früheren Preissprünge bleiben jedoch spürbar.






