Frankfurts „Ginnheimer Spargel“ und das stille Ende der Fernmeldetürme

Frankfurts „Ginnheimer Spargel“ und das stille Ende der Fernmeldetürme
Viele der einst beliebten Fernmeldetürme Deutschlands, darunter auch der 'Ginnheimer Spargel' in Frankfurt, stehen heute leer oder sind für Besucher geschlossen. Mit Aussichtsplattformen, Restaurants und Nachtclubs erbaut, haben diese Bauwerke ihre ursprüngliche Funktion verloren, seit die Signalübertragung auf Glasfaserkabel und Satelliten umgestellt wurde. Strengere Sicherheitsvorschriften und finanzielle Engpässe haben die meisten dieser Türme in die Bedeutungslosigkeit gedrängt.
Der Niedergang begann, als moderne Technologien die Türme für die Rundfunkübertragung überflüssig machten. Ohne zahlende Mieter versiegten die Einnahmen, sodass Betreiber wie die DFMG (Deutsche Funkturm Management Gesellschaft) – eine Tochter der Deutschen Telekom – mit den finanziellen Belastungen kämpfen mussten. Die DFMG, die mittlerweile unter dem Dach von GD Towers mit Investoren zusammenarbeitet, verwaltet unter anderem Schlüsselstandorte wie die Türme in Mannheim, auf dem Jakobsberg, Frankfurts Europaturm und weitere.
Mehrere Türme haben bereits ihre Tore geschlossen. Der 'Colonius' in Köln und das 'Nürnberger Ei' in Nürnberg mussten wegen fehlender Mittel dichtmachen, obwohl Kölns Oberbürgermeister Interesse an einer Wiederbelebung des Standorts zeigt. Frankfurts 'Ginnheimer Spargel' (offiziell Europaturm) ist seit 1999 für die Öffentlichkeit gesperrt. Ein 50-Millionen-Euro-Sanierungsplan scheiterte, nachdem sich das Land Hessen und die Stadt nicht auf eine gemeinsame Finanzierung einigen konnten – trotz eines Bundesangebots, die Hälfte der Kosten zu übernehmen, das jedoch Ende 2025 ausläuft.
Nur eine Handvoll Türme bleibt zugänglich. Die Bauwerke in Berlin (am Alexanderplatz), Düsseldorf (Rheinturm), Dortmund (Florianturm) und Stuttgart (Frauenkopf) empfangen noch immer Besucher. Der Olympiaturm im Münchner Olympiapark wird derzeit saniert und soll bald wieder öffnen. Unterdessen stehen die Türme in Hamburg und Dresden kurz vor der Wiedereröffnung, wobei die Bundesregierung die Hälfte der Kosten übernimmt, wie die DFMG bestätigte.
Auch Sicherheitsbedenken haben eine Rolle gespielt. Die Brandgefahr und das Panikrisiko in den alternden Konstruktionen führten zu verschärften Auflagen, die eine Wiedereröffnung für manche Türme unmöglich oder extrem schwierig machen. Ohne Modernisierungen oder finanzielle Unterstützung steht die Zukunft vieler dieser Bauwerke in den Sternen.
Aktuell sind nur noch vier Türme für die Öffentlichkeit zugänglich, doch nach Abschluss der Sanierungsarbeiten sollen München, Hamburg und Dresden folgen. Für Frankfurts 'Ginnheimer Spargel' hingegen sieht es ohne eine Lösung in der Finanzierungsfrage kaum nach einer Wiedereröffnung aus. Der Wandel von einstigen Rundfunkzentren zu kostspieligen Relikten verdeutlicht die Herausforderung, diese Wahrzeichen in einer sich wandelnden technologischen Landschaft zu erhalten.

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