Ex-Polizist wegen Korruption und Erpressung eines Cannabis-Züchters verurteilt
Jana HerrmannNordrhein-Westfalen: Ehemaliger Polizist wegen Korruption zu drei Jahren Haft verurteilt - Ex-Polizist wegen Korruption und Erpressung eines Cannabis-Züchters verurteilt
Ein ehemaliger Polizist aus Nordrhein-Westfalen ist nach einem Korruptionsskandal zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Der 63-Jährige wurde schuldig gesprochen, Bestechungsgelder gefordert, Erpressung versucht und die Justiz behindert zu haben – alles während seiner aktiven Dienstzeit. Seine Straftaten richteten sich 2020 gegen den Betreiber einer Cannabis-Plantage in Mönchengladbach.
Der Fall nahm im September 2020 seinen Anfang, als der Beamte gemeinsam mit zwei Komplizen den Betreiber der Cannabis-Zucht aufsuchte. Sie forderten zunächst 80.000 Euro sowie monatliche Zahlungen von 10.000 Euro, um laufende Ermittlungen des Bundeskriminalamts (BKA) zu verzögern. Trotz wiederholter Drohungen weigerte sich der Betreiber, die Summen zu zahlen.
Im Verlauf des Prozesses deckten die Staatsanwälte auf, dass der Polizist zudem Beschuldigte in anderen Verfahren gewarnt hatte – unter anderem vor bevorstehenden Razzien. Diese Handlungen führten zu zusätzlichen Anklagepunkten wegen versuchter Justizbehinderung. Die Ermittler bestätigten, dass im Zusammenhang mit dem Fall keine weiteren Verdächtigen ermittelt wurden.
Das Ende der Karriere des Beamten begann nach einem separaten Vorfall im Dezember 2022, als er während einer Verkehrskontrolle in Dortmund seine Schusswaffe einsetzte. Dieser Zwischenfall lenkte die Aufmerksamkeit auf sein früheres Fehlverhalten und brachte schließlich das Korruptionsnetz ans Licht.
Das Gericht verurteilte den Mann zu drei Jahren Haft, nachdem er in mehreren Punkten schuldig gesprochen worden war. Das Urteil setzt einen Schlussstrich unter einen Fall, der mit Erpressungsversuchen gegen einen Cannabis-Plantagen-Betreiber begonnen hatte. Die Behörden schlossen weitere Anklagen gegen zusätzliche Verdächtige in dieser Sache aus.






