Evangelischer Kirchenkreis Solingen plant radikalen Immobilienabbau bis 2035
Tobias ZimmermannEvangelischer Kirchenkreis Solingen plant radikalen Immobilienabbau bis 2035
Evangelischer Kirchenkreis Solingen plant drastischen Immobilienabbau wegen schrumpfender Finanzen und Mitgliedszahlen
Der Evangelische Kirchenkreis Solingen hat Pläne vorgelegt, seinen Immobilienbestand deutlich zu verringern. Grund sind sinkende Einnahmen und eine rückläufige Zahl an Gemeindegliedern. Bis zur Mitte der 2030er-Jahre rechnet der Kirchenkreis nur noch mit der Hälfte seiner aktuellen finanziellen Mittel – was schwierige Entscheidungen erzwingt. In einem ersten Entwurf wurden Kirchengebäude und Gemeindezentren nun in drei Kategorien eingeteilt: solche, die erhalten bleiben, solche, die weiter geprüft werden müssen, und solche, die geschlossen werden sollen.
Die am 11. Februar 2026 veröffentlichten Vorschläge legen fest, welche Gebäude über das Jahr 2035 hinaus genutzt werden. Sieben Standorte – darunter die Ohligser Protestantische Stadtkirche, die Waldkirche und das Gemeindezentrum Höhscheid – sind für eine langfristige Sicherung vorgesehen. Fünf Immobilien, etwa die Evangelische Kirche Merscheid und die Lutherkirche, sollen mittelfristig keine Förderung mehr erhalten. Die Lutherkirche war bereits vor der Bekanntgabe von ihrer Gemeinde als nicht mehr für den Kirchbetrieb nutzbar ab 2030 eingestuft worden.
Fünf weitere Einrichtungen, darunter die Christuskirche und das Gemeindezentrum Rupelrath, bleiben vorerst in der Prüfphase. Zudem strebt der Kirchenkreis an, alle verbleibenden Gebäude bis 2035 klimaneutral zu gestalten – was kostspielige Sanierungen erfordert.
Eine unter der Leitung von Hartmut Hoferichter stehende Arbeitsgruppe entwickelte die Strategie für eine nachhaltige Zukunft. Superintendentin Ilka Werner lobte die Transparenz und Vorarbeit der Gruppe. Als nächster Schritt steht am 14. März 2026 eine außerordentliche Synode an, auf der die Delegierten die Pläne beraten werden. Die endgültigen Beschlüsse müssen bis Ende 2027 fallen.
Die Vorschläge des Kirchenkreises spiegeln einen deutlichen Rückgang an Ressourcen und Mitgliedern wider. Falls umgesetzt, werden sie das Erscheinungsbild der Kirche in Solingen prägen: Einige traditionsreiche Standorte müssen schließen, während andere modernisiert werden. Der Wandel geht zudem mit ökologischen Zielen einher – die Klimaneutralität bis 2035 erfordert jedoch erhebliche Investitionen.
Finanzielle Schwierigkeiten der Lutherkirche zeigen langfristige Herausforderungen
Neue Details enthüllen den langjährigen finanziellen Druck der Lutherkirche. Zwischen 2011 und 2021 wurden 1,56 Millionen Euro in ihre Restaurierung investiert, wobei über 80% der laufenden Kosten von Kirchensteuern gedeckt werden. Trotz gemeinschaftlicher Bemühungen bestätigte der Kirchenvorstand im Jahr 2026, dass regelmäßige Sonntagsgottesdienste bis 2030 enden werden. Diese Zahlen verdeutlichen, warum die Stelle in den jüngsten Vorschlägen für eine mittelfristige Finanzierungskürzung eingestuft wurde.






