Bundesbank plant Abschaffung von Ein- und Zweicent-Münzen durch Fünfcent-Rundung
Tim PetersBundesbank plant Abschaffung von Ein- und Zweicent-Münzen durch Fünfcent-Rundung
Die Bundesbank hat einen Plan vorgelegt, Bargeldzahlungen in Deutschland auf den nächsten Fünfcent-Betrag zu runden. Damit würden Ein- und Zweicent-Münzen schrittweise aus dem Umlauf verschwinden. Das Vorhaben zielt darauf ab, die Kosten für die Herstellung und Handhabung von Kleingeld zu senken.
Laut einer Umfrage befürworten viele Deutsche die Idee: 56 Prozent sprechen sich dafür aus. Sollte die Änderung umgesetzt werden, würde sich Deutschland damit mehreren anderen europäischen Ländern angleichen, die bereits ähnliche Systeme nutzen. Nach der neuen Regelung würden Bargeldtransaktionen auf den nächstgelegenen Fünfcent-Betrag angepasst. Ein Einkauf für 3,99 Euro würde auf 4,00 Euro aufgerundet, während 2,02 Euro auf 2,00 Euro abgerundet würden. Die Bundesbank argumentiert, dass dies die Ausgaben für die Prägung, Verpackung und den Transport von Münzen mit geringem Wert verringern würde.
Der Vorschlag kommt zu einer Zeit, in der Bargeld in Deutschland weiterhin weit verbreitet ist. Eine Bundesbank-Studie aus dem Jahr 2023 ergab, dass etwa die Hälfte aller Zahlungen im stationären Handel noch immer mit physischem Geld getätigt wird. Einige Händler, insbesondere in Nordrhein-Westfalen, bieten Kunden bereits die Möglichkeit, Beträge auf den nächsten Zehncent-Betrag aufzurunden, um Spenden zu sammeln.
Deutschland wäre nicht das erste Land, das ein solches System einführen würde. Finnland, die Niederlande, die Slowakei, Irland, Italien, Belgien und Estland runden Bargeldzahlungen bereits auf den nächsten Fünfcent-Betrag. Keines dieser Länder hat Ein- und Zweicent-Münzen jedoch vollständig abgeschafft. Bis März 2026 werden fünf EU-Staaten – Belgien, Frankreich, Deutschland, die Niederlande und Luxemburg – Rundungsregelungen eingeführt haben, wobei die Ansätze unterschiedlich ausfallen. Während Belgien und Frankreich eine verpflichtende Rundung vorschreiben, überlassen die Niederlande und Luxemburg die Entscheidung den Händlern. Das deutsche System, das 2025 in Kraft treten soll, wird für Geschäfte freiwillig sein, sieht aber eine Toleranz von 0,5 Cent zugunsten der Verbraucher vor.
Der Plan der Bundesbank könnte den Bargeldumlauf vereinfachen und die Kosten für Unternehmen und Banken senken. Bei einer Umsetzung würde dies eine Veränderung in der Abwicklung von Kleinstbeträgen im gesamten Land bedeuten. Gleichzeitig würde sich Deutschland damit an bestehende Praktiken in mehreren anderen europäischen Ländern anpassen.






