Bistum Münster reformiert Kita-Finanzierung mit drei neuen gGmbHs bis 2027
Tobias ZimmermannBistum Münster reformiert Kita-Finanzierung mit drei neuen gGmbHs bis 2027
Das Bistum Münster reformiert die Unterstützung seiner 660 Kindergärten grundlegend. Bis 2027 sollen drei neue regionale gemeinnützige GmbHs (gGmbHs) die finanziellen und administrativen Aufgaben übernehmen. Ziel der Umstrukturierung ist es, die langfristige Finanzierung zu sichern – angesichts von Sorgen über strukturelle Unterfinanzierung.
Der Diözesanadministrator Antonius Hamers bezeichnete die Veränderung als "unausweichlich". Als Grund nannte er die verschobenen Rahmenbedingungen bei der Landesfinanzierung der Kinderbetreuung. Gleichzeitig soll die Reform die administrativen Belastungen für die örtlichen Kirchengemeinden verringern.
Bis 2027 plant das Bistum die Gründung von drei gemeinnützigen Gesellschaften mit beschränkter Haftung. Diese werden die Regionen Niederrhein, die Stadt Münster mit den umliegenden Kreisen sowie die Kreise Borken, Coesfeld und Recklinghausen abdecken. Jede gGmbH wird dann die Kindergärten verwalten, die derzeit von Kirchengemeinden betrieben werden.
Im Haushalt 2026 sind 39,5 Millionen Euro für die Kindergärten vorgesehen. Damit werden rund 10.600 pädagogische Fachkräfte und 840 Hauswirtschaftskräfte in den Einrichtungen finanziert. Hamers kritisierte die aktuelle Unterfinanzierung durch das Kinderbildungsgesetz (KibiZ) von Nordrhein-Westfalen.
Vor dem Übergang müssen noch rechtliche, finanzielle, personelle und strukturelle Fragen geklärt werden. Jede Kirchengemeinde muss der Umstellung zustimmen und dem Beitritt zur neuen gGmbH-Struktur zustimmen. Die gGmbHs übernehmen dann administrative Aufgaben, während sich die Pfarreien stärker auf die Bildungs- und Seelsorgearbeit konzentrieren können.
Das Bistum erwartet, dass das neue System die finanzielle Stabilität der Kindergärten verbessert. Die administrativen Verantwortlichkeiten verlagern sich von den lokalen Gemeinden auf die regionalen gGmbHs. Die Reform folgt auf jahrelange Finanzierungsschwierigkeiten und soll sich an die veränderten staatlichen Förderregeln anpassen.






