23 April 2026, 00:16

Amanda Knox unterstützt verurteilte Kinderkrankenschwester Lucy Letby – und löst Empörung aus

Altes Buch mit dem Titel 'Berichte über ausgewählte Fälle in den Gerichten von Westminster-Hall sowie die Meinung von John Lord Fortescue' geöffnet auf einer Seite mit schwarzer Tinte.

Amanda Knox unterstützt verurteilte Kinderkrankenschwester Lucy Letby – und löst Empörung aus

Amanda Knox hat öffentlich ihre Unterstützung für Lucy Letby bekundet, die ehemalige Krankenschwester, die wegen des Mordes an sieben Babys verurteilt wurde. Bei einer kürzlichen Fragerunde in London ermahnte Knox Letby, sich an der "Hoffnung" festzuhalten. Der Austausch fand statt, während Knox ihren Dokumentarfilm Mouth Of The Wolf sowie ihre eigenen Erfahrungen mit einer Justizirrtumsverurteilung diskutierte.

Ihr Engagement in dem Fall hat Kritik ausgelöst, insbesondere von der Familie von Meredith Kercher, der britischen Studentin, deren Mord Knox einst angelastet wurde, bevor sie schließlich freigesprochen wurde.

Knox hatte sich zunächst mit einem Brief und einer Kopie ihrer 2021 erschienenen Autobiografie Free an Letby gewandt, in der sie ihr Leben nach dem Freispruch im Fall Kercher schildert. Zudem hat sie einen Podcast gestartet, der sich ausschließlich mit den juristischen Fakten von Letbys Fall befasst – nicht mit Letby selbst. Knox vertritt die Auffassung, dass ein Urteil auch dann fragwürdig sein kann, wenn die Unschuld nicht zweifelsfrei bewiesen ist.

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Bei der Veranstaltung in London wurde sie emotional, als sie über Kerchers Tod sprach, und kämpfte mit den Tränen. In ihrem 2013 erschienenen Buch Waiting To Be Heard beschreibt sie ihre Erfahrungen mit dem italienischen Justizsystem.

Kritik an Knox' öffentlicher Haltung kommt unter anderem von Francesco Maresca, dem Anwalt der Familie Kercher. Er wirft ihr vor, sich an Kerchers Erinnerung zu "bereichern". Die Familie empfindet es mittlerweile als "zu viel" und lehnt ihre anhaltende Medienpräsenz sowie ihr Engagement in anderen prominenten Fällen ab.

Knox' Unterstützung für Letby erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die ehemalige Krankenschwester weiterhin gegen ihr Urteil in Berufung geht. Die Debatte über Knox' Rolle in juristischen Diskussionen, insbesondere unter denen, die noch immer von Kerchers Mord betroffen sind, ist damit neu entfacht. Unterdessen sitzt Letby weiterhin im Gefängnis, während ihr Anwaltsteam das Urteil anfechtet.

Quelle