Zwei Brüder kämpfen in Dortmund um Bleiberecht und Arbeitserlaubnis nach Brudertod
Jana HerrmannZwei Brüder kämpfen in Dortmund um Bleiberecht und Arbeitserlaubnis nach Brudertod
Zwei Brüder, die nach Dortmund gekommen sind, um ein laufendes Gerichtsverfahren zum Tod ihres Bruders zu unterstützen, stehen nun vor einer ungewissen Zukunft. Sidy und Lassana Dramé leben seit zwei Jahren in der Stadt, doch ihre Aufenthaltstitel sind abgelaufen. Ein breites Bündnis aus zivilgesellschaftlichen Gruppen setzt sich dafür ein, dass sie langfristig bleiben dürfen – und legal arbeiten können.
Sidy Dramé, 39, und sein Bruder Lassana, 26, reisten nach dem Tod ihres Bruders Mouhamed bei einem Polizeieinsatz nach Dortmund. Seit zwei Jahren halten sie sich in der Stadt auf, um bei den anhängigen Rechtsmitteln im Fall mitzuwirken. Doch ihre Aufenthaltsgenehmigungen sind inzwischen abgelaufen, sodass sie keine bezahlte Arbeit aufnehmen dürfen.
Sidy, ein ausgebildeter Schneider, leitet derzeit wöchentlich eine kostenlose Nähwerkstatt. Lassana engagiert sich ehrenamtlich als Assistent eines lokalen Künstlers. Beide möchten arbeiten, doch ohne offizielle Erlaubnis ist das unmöglich.
Die Migrationsanwältin Claire Deery argumentiert, dass die Aufenthaltstitel der Brüder wegen des noch laufenden Berufungsverfahrens verlängert werden müssten. Zudem bestehe sie darauf, dass ihnen eine Arbeitserlaubnis erteilt werde. Die Ausländerbehörde prüft den Fall derzeit.
In einem offenen Brief, unterstützt von Bezirksbürgermeisterin Hannah Rosenbaum und Stadtkämmerer Jörg Stüdemann, wird langfristige Sicherheit für die beiden gefordert. Der Brief verlangt eine Verlängerung der Aufenthaltstitel sowie das Recht, eigenständig ihren Lebensunterhalt zu verdienen. In den vergangenen zwei Jahren stießen ähnliche Appelle in Städten wie Berlin, Hamburg und Bayern – darunter auch Initiativen von Grünen und Linken – auf begrenzte Resonanz. Zwar gab es in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg Proteste von NGOs, doch flächendeckende rechtliche Änderungen blieben aus.
Die Dortmunder Stadtverwaltung hat den Fall als Ausnahmefall anerkannt. Nun wird geprüft, ob erstmals Arbeitserlaubnisse erteilt werden könnten.
Die Zukunft der Brüder in Dortmund liegt in den Händen der lokalen Behörden. Bei einer Genehmigung könnten sie arbeiten und sich ein stabiles Leben in der Stadt aufbauen. Die Entscheidung wird Präzedenzcharakter dafür haben, wie Dortmund künftig mit Fällen umgeht, die mit laufenden Rechtsverfahren verknüpft sind.
