Zuckerrübenanbau in Deutschland kämpft ums Überleben gegen Krankheiten und Billigimporte
Hannah PetersZuckerrübenanbau in Deutschland kämpft ums Überleben gegen Krankheiten und Billigimporte
Deutschlands Zuckerrübenanbau steht unter wachsendem Druck. Landwirte kämpfen mit fallenden Preisen, schrumpfenden Anbauflächen, aggressiven Krankheiten und der Konkurrenz durch billigen Importzucker. Die Herausforderungen haben die Anbauflächen seit 2023 bereits um bis zu 20 Prozent reduziert.
Zwischen 2023 und 2026 ging die für den Zuckerrübenanbau genutzte Fläche von etwa 38.000 Hektar auf geschätzte 31.000 Hektar zurück. Besonders betroffen sind Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern. Ernteausfälle, Krankheiten wie Rhizoctonia sowie wirtschaftliche Schwierigkeiten zwangen viele Erzeuger, ihre Produktion zurückzufahren.
Marius Feldmann, der die Metternich-Ratibor-Corvey KG leitet, sah seine eigenen Rübenfelder von 160 Hektar im Jahr 2023 auf nur noch 118 Hektar bis 2026 schrumpfen. Seine größten Probleme sind resistenter Hirsehirse, Blattkrankheiten und das Low-Sugar-Content-Syndrom (SBR), das durch die Zikade Hyalesthes obsoleta übertragen wird. Schwere Cercospora-Blattflecken haben zudem einige Felder verwüstet und die Pflanzen verkümmert und ausgedörrt zurückgelassen.
Um gegenzusteuern, setzen Landwirte auf neue Lösungen. Feldmann testete 2025 Rinpode, ein Herbizid mit dem Wirkstoff Florpyrauxifen-benzyl. Es erwies sich als einfach anzuwenden, wirksam gegen Hirsehirse und schonend für die Rüben – mit nur 2 Gramm pro Hektar nötig. Neben Herbiziden greifen Erzeuger zunehmend zu modernen Fungiziden und Biostimulanzien, um die Erträge zu sichern.
Doch die Zukunft der Branche bleibt ungewiss. Ohne stabile Zulassungen für Pflanzenschutzmittel könnten Landwirte im Jahr 2026 auf Notfallmaßnahmen angewiesen sein. Politische Unterstützung für diese Schritte könnte entscheidend sein, um weitere Verluste abzuwenden.
Die niedrigen Zuckerpreise und sich wandelnde Marktbedingungen könnten den Rübenanbau 2026 noch weiter zurückdrängen. Sinkt die Rentabilität weiter, riskiert Deutschland den Verlust weiterer heimischer Produktion und eine Schwächung der regionalen Zuckerversorgung. Die Landwirte passen sich an – doch der Weg bleibt steinig.