Willichs Kita-Krise: 15 Prozent weniger Kinder – und zwei Neubauten gestrichen
Hannah PetersWillichs Kita-Krise: 15 Prozent weniger Kinder – und zwei Neubauten gestrichen
Die Zahl der in Kindertageseinrichtungen (Kitas) in Willich angemeldeten Kinder ist zwischen 2021 und 2025 um etwa 15 Prozent gesunken. Offizielle Zahlen zeigen einen Rückgang von 1.850 auf 1.575 Betreuungsplätze. Als Hauptgründe nennt die Stadt sinkende Geburtenraten, die Zunahme von Homeoffice nach der Pandemie sowie wirtschaftliche Unsicherheit. Gleichzeitig wurden zwei geplante Kita-Neubauprojekte aufgrund von Haushaltskürzungen und nachlassender Nachfrage gestrichen.
Stadtvertreter führen den deutlichen Rückgang der Anmeldungen auf breitere demografische Veränderungen zurück. Weniger Geburten, mehr Eltern im Homeoffice und finanzielle Belastungen hätten viele Familien dazu veranlasst, auf informelle Betreuungslösungen auszuweichen. Diese Entwicklungen zwangen Willich, zwei ursprünglich zur Deckung des steigenden Bedarfs geplante Kita-Projekte aufzugeben.
Einziges verbleibendes kommunales Bauvorhaben ist das generationenübergreifende Zentrum Reinershof, in das die Kita Alperof umziehen soll. Allerdings gibt es Bedenken hinsichtlich der Finanzierung des Projekts, nachdem ein privater Investor eingebunden wurde. Dies wirft Fragen auf, ob es sich noch um eine städtisch geführte Initiative handelt.
Eltern und der Förderverein der Kita Alperof haben wiederholt an den Bürgermeister appelliert und die mangelnde Kommunikation über den Umzug kritisiert. Als Reaktion startete eine Elterninitiative die Kampagne "Kleine Füße, kurze Wege", mit der sie sich für lokale Betreuungslösungen einsetzt. Die Gruppe argumentiert, dass nahgelegene Einrichtungen Stress reduzieren, Zeit sparen und allen Kindern den Zugang zu frühkindlicher Bildung ohne lange Fahrten ermöglichen.
Mit nur noch einem geplanten Kita-Neubau steht Willich vor der Herausforderung, den schwindenden Bedarf mit dem Erhalt zugänglicher Betreuungsangebote in Einklang zu bringen. Das Reinershof-Zentrum bleibt das einzige aktive Bauprojekt der Stadt – doch seine Zukunft hängt von der Klärung der Finanzierungsfragen und mehr Transparenz ab. Eltern fordern weiterhin klarere Entscheidungen und wohnortnahe Lösungen.






