Willich reformiert Kita-Landschaft: Schließungen und Umzüge bis 2029 geplant
Tobias ZimmermannWillich reformiert Kita-Landschaft: Schließungen und Umzüge bis 2029 geplant
Willich hat weitreichende Änderungen bei seinen Kinderbetreuungsangeboten für die kommenden Jahre angekündigt. Mehrere Einrichtungen werden geschlossen, verlegt oder zusammengelegt, da die Stadt auf veränderte Nachfrage reagiert. Die Entscheidungen fallen vor dem Hintergrund sinkender Geburtenraten und der Sorgen von Eltern in den nördlichen Stadtteilen, die über begrenzte Betreuungsmöglichkeiten klagen.
Die Kita Alperhof erhält entgegen der ursprünglichen Planung kein neues Gebäude. Stattdessen zieht sie in das Generationenprojekt Reinershof um. Das heutige Gelände des Alperhofs soll abgerissen werden; die neue Einrichtung wird fünf Millionen Euro kosten.
Die Kita Villa Kunterbunt übernimmt nach Modernisierungsarbeiten das Gebäude der ehemaligen Kita St. Irmgardis. Der größere Raum ermöglicht ein erweitertes Angebot. Stadt und Kirchenverband haben vereinbart, sich weiterhin über künftige Bedarfe und mögliche Anpassungen auszutauschen.
Unterdessen wird das Brückenprojekt Schatzkiste des DRK bis zum 31. Juli 2026 geschlossen. Die Kita St. Irmgardis selbst stellt zum Ende des Kitajahres 2026/2027 den Betrieb ein. Die Stadt plant, das Gebäude ab dem Kitajahr 2027/2028 an die Villa Kunterbunt zu verpachten.
Die vom AWO betriebene Kita Blaues Haus in Schiefbahn erhält bis zum 31. Juli 2027 verlängerte freiwillige Förderung. Danach soll über eine Schließung entschieden werden. Diese Anpassungen folgen dem demografischen Trend: Zwischen 2015 und 2025 sank die Geburtenrate in Nord-Willich um 8 bis 12 Prozent. Aktuelle Zahlen für 2024 verzeichnen rund 250 Geburten in Stadtteilen wie Anrath, Neersen und Schiefbahn, wo das Durchschnittsalter von 42 auf 45 Jahre gestiegen ist.
Trotz der Schließungen rechnet Willich bis 2029 mit einem Überschuss von 440 Betreuungsplätzen. Eltern aus dem Norden fühlen sich jedoch abgehängt und kritisieren, dass die fehlenden lokalen Angebote die Region für junge Familien unattraktiv machen – besonders angesichts hoher Lebenshaltungskosten und knappen Wohnraums.
Ziel der städtischen Umstrukturierung ist es, das Betreuungsangebot an die sinkende Nachfrage anzupassen. Bis 2029 wird mit 440 zusätzlichen freien Plätzen gerechnet. Während die Angebote neu ausgerichtet werden, laufen weiterhin Verhandlungen über Pachtverträge und Förderverlängerungen.