Willich gedenkt lokaler Holocaust-Opfer mit bewegender Gedenkfeier an der Leonardo-da-Vinci-Schule
Hannah PetersWillich gedenkt lokaler Holocaust-Opfer mit bewegender Gedenkfeier an der Leonardo-da-Vinci-Schule
Gedenkveranstaltung zum Holocaust an der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule in Willich
Am 27. Januar 2026 fand an der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule in Willich eine feierliche Gedenkveranstaltung zum Holocaust statt. Organisiert mit Unterstützung der Volkshochschule Kreis Viersen (VHS Kreis Viersen), ehrte die Veranstaltung lokale Opfer der NS-Verfolgung und setzte sich zugleich mit dem Erstarken modernen Antisemitismus auseinander. Redner und Teilnehmer riefen zu Wachsamkeit gegen Hass und Geschichtsrevisionismus auf.
Der Tag begann mit einem Gebetsgottesdienst in der Snow-Kapelle, geleitet von Religionslehrer Pierre Hein. Im Mittelpunkt seiner Betrachtung stand das Gleichnis vom barmherzigen Samariter, das er als Aufruf zu Mitgefühl und zivilcouragiertem Handeln deutete. Es folgte eine Kranzniederlegung am Holocaust-Mahnmal, wo ein Transparent an einen ehemaligen Polizisten erinnerte, der in NS-Verbrechen verstrickt war.
Anschließend versammelten sich die Gäste im Pädagogischen Zentrum der Schule, wo prominente Redner zu Wort kamen. Willichs Bürgermeister Christian Pakusch verurteilte rechtsextreme Versuche, den Holocaust zu verharmlosen, und äußerte Besorgnis über politische Entwicklungen in den USA. Schulleiterin Andrea Großkraumbach betonte die Bedeutung von Bildung im Kampf gegen Rassismus, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit. Max Mamrotski von der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf verband die Befreiung Auschwitz-Birkeneaus mit der heutigen Zunahme von Hass und forderte das Publikum auf, Vorurteilen entgegenzutreten. Die Veranstaltung gedachte auch der ermordeten jüdischen Bürger Willichs, darunter Rosetta und Albert Salm, Lina Wallach, der Familie Schönewald, Chaim Werner Rübsteck und Cäcilie Wolff. An Roll-up-Displays konnten die Teilnehmer sich über ihr Schicksal informieren. Pianist Marc Riedl beschloss die Feier mit einer berührenden Interpretation von Bodo Wartkes Lied "Das Land, in dem ich leben will". Vertreter aus Politik, Verwaltung und Kirche begleiteten die Veranstaltung durchgehend.
Die Gedenkfeier verband die Erinnerung an die Vergangenheit mit der Auseinandersetzung gegenwärtiger Bedrohungen. Lokale Verantwortungsträger und Pädagogen unterstrichen die Notwendigkeit, sich aktiv gegen Antisemitismus und Geschichtsverfälschung zu stellen. Die Ausstellungen und Reden sorgten dafür, dass die Schicksale der Willicher Opfer im Zentrum der Botschaft des Tages standen.
