Wie Religion und Ernährung unsere Identität heute prägen – ein Soziologe erklärt den Wandel
Tobias ZimmermannWie Religion und Ernährung unsere Identität heute prägen – ein Soziologe erklärt den Wandel
Eine neue Vorlesung untersucht, wie sich Identität in Europa im Laufe der Zeit gewandelt hat. Unter dem Titel "Wer sind wir? Soziale Identitäten im Wandel" tritt Prof. Dr. Detlef Pollack als Gastredner auf. Er wird die sich verändernde Rolle der Religion bei der Prägung persönlicher und kollektiver Identität in der Gegenwart analysieren.
Pollack, Soziologe mit Schwerpunkt Religionsforschung an der Universität Münster, wird die Diskussion leiten. Seine Studien zeigen einen prägenden Trend: In Deutschland bestimmen heute selbstgewählte Ernährungsweisen die Identität oft stärker als religiöse oder politische Überzeugungen. Dies markiert einen Bruch mit der jahrhundertelangen Verknüpfung Europas mit dem Christentum, das sich in der Spätantike etablierte und im Mittelalter weiter festigte.
In seinem Vortrag zeichnet Pollack nach, wie das Christentum zum zentralen Element des europäischen Selbstverständnisses wurde – besonders während der Aufklärung. Anschließend wendet er sich der Zukunft zu und fragt, inwieweit Religionen die Identitätsbildung in der modernen Gesellschaft weiterhin prägen werden – oder auch nicht.
Die Veranstaltung bietet die Gelegenheit, über die Entwicklung von Identität von ihren historischen Wurzeln bis zu heutigen individuellen Entscheidungen nachzudenken. Sie findet im Rahmen der fortlaufenden Reihe "Wer sind wir? Soziale Identitäten im Wandel" statt. Die Teilnehmer können spannende Einblicke in die Kräfte erwarten, die heute Zugehörigkeit und kulturelle Identität in Europa neu gestalten.
