Wie intelligente Netzplanung Milliarden bei erneuerbaren Energien sparen könnte
Tobias ZimmermannWie intelligente Netzplanung Milliarden bei erneuerbaren Energien sparen könnte
Netzbetreiber kämpfen mit dem rasanten Ausbau der erneuerbaren Energien
Während immer mehr Solar- und Windprojekte ans Netz angeschlossen werden, steigt der Bedarf an neuen Stromleitungen stark an. Forscher schlagen nun vor, dass eine intelligentere Netzplanung die Kosten senken und Stromverluste verringern könnte.
Das Energiewirtschaftliche Institut (EWI) an der Universität zu Köln hat Änderungen vorgeschlagen, wie erneuerbare Energien künftig effizienter ins Stromnetz integriert werden können. Die Studie zeigt, dass durch eine bessere Koordinierung von Solar-, Wind- und Batteriespeicher-Anschlüssen jährlich Milliarden eingespart werden könnten.
Der Ausbau der Verteilnetze für erneuerbare Energien wird bis 2045 voraussichtlich rund 350 Milliarden Euro kosten. Aktuell liegen die Kosten für Netzerweiterungen je nach Region zwischen 61 und 180 Euro pro Kilowatt. Diese hohen Ausgaben entstehen, während die Betreiber unter zunehmendem Druck stehen, neue Wind- und Solaranlagen anzubinden.
Das EWI argumentiert, dass gemeinsame Netzanschlusspunkte für Solar-, Wind- und Speicheranlagen jährlich 1,8 Milliarden Euro sparen könnten. Durch die räumliche Bündelung dieser Anlagen ließe sich der Bedarf an separaten Anschlüssen verringern und die Gesamteffizienz des Netzes steigern. Weitere 800 Millionen Euro könnten eingespart werden, indem abgeregeltem Strom – also Energie, die bei Überlastung des Netzes verloren geht – vorgebeugt wird.
Auch Batteriespeicher, die hinter den Netzanschlusspunkten platziert werden, helfen, Energieverluste zu minimieren. Das EWI warnt jedoch, dass die aktuellen Anreize zur Optimierung dieser Anschlüsse unzureichend sind. Ohne bessere politische Rahmenbedingungen könnten Ineffizienzen zu höheren Kosten und Wohlfahrtsverlusten führen.
Es braucht neue Geschäftsmodelle, um diese Speicherlösungen zu finanzieren. Das Institut betont, dass eine engere Zusammenarbeit zwischen Projektentwicklern und Netzbetreibern entscheidend ist, um das volle Potenzial gemeinsamer Anschlüsse auszuschöpfen.
Die vorgeschlagenen Änderungen könnten die finanzielle Belastung der Netzbetreiber verringern und die bestehende Infrastruktur besser nutzen. Gemeinsame Anschlusspunkte und eine klügere Platzierung von Speichern würden sowohl die Ausbaukosten als auch Energieverluste reduzieren. Die Umsetzung erfordert jedoch aktualisierte Regularien und stärkere Anreize für Entwickler.






