Virtuelle Spuren sollen die Logistik in Städten revolutionieren – wie das Projekt ViDeLL den Verkehr entlastet
Tim PetersVirtuelle Spuren sollen die Logistik in Städten revolutionieren – wie das Projekt ViDeLL den Verkehr entlastet
Ein neues Forschungsprojekt will die städtische Logistik revolutionieren, indem es "virtuelle Fahrspuren" für automatisierte Lieferfahrzeuge einführt. Die Initiative ViDeLL, geleitet vom Lehrstuhl PEM der RWTH Aachen, zielt darauf ab, künftige Verkehrsüberlastungen durch den wachsenden Güterverkehr zu verhindern. Finanziert wird das Vorhaben von der Landesregierung Nordrhein-Westfalens und der EU.
Das Projekt entwickelt ein Verkehrskonzept, das automatisierte Fahrzeuge, intelligente Infrastruktur und eine zentrale Steuerungsplattform kombiniert. Zu den Schlüsseltechnologien gehören "intelligente Straßenmarkierungen" und Echtzeit-Sensoren, die Logistikspuren dynamisch verwalten. Diese virtuellen Spuren werden basierend auf Live-Verkehrsdaten zugewiesen und bieten eine kostengünstigere Alternative zum Bau physischer Sonderstrecken.
Die Forscher konzentrieren sich auf zwei Hauptbereiche: die städtische Last-Mile- und Einzelhandelslogistik sowie die industrielle Logistik zwischen Produktionsstandorten in der Stadt. Das Konsortium untersucht zudem, wie automatisierte Logistikfahrzeuge mit anderen Verkehrsteilnehmern interagieren, um Sicherheit und regulatorische Konformität zu gewährleisten. Darüber hinaus plant das Team, gesetzliche Anpassungen vorzuschlagen, um das neue System zu unterstützen. Professor Achim Kampker, Leiter des PEM-Lehrstuhls, warnt, dass ohne Innovationen das steigende Frachtaufkommen die städtischen Straßen bald überlasten werde. Das Projekt setzt Prioritäten bei Flexibilität und Effizienz der Verkehrsinfrastruktur – nicht bei schnelleren Lieferungen oder der Integration von Elektrofahrzeugen.
Die Erkenntnisse von ViDeLL könnten die Art und Weise verändern, wie Städte den Logistikverkehr bewältigen. Durch den Einsatz virtueller Spuren und Echtzeitdaten soll das System Kosten senken und gleichzeitig den Verkehrsfluss aufrechterhalten. Bei Erfolg könnte das Modell künftige Verkehrspolitiken in ganz Europa prägen.
