Viersen droht bis 2031 die Pleite – 39 Millionen Euro Defizit bis 2026
Hannah PetersViersen droht bis 2031 die Pleite – 39 Millionen Euro Defizit bis 2026
Viersen steht vor einer wachsenden Finanzkrise: Prognosen zufolge droht bis 2026 ein Defizit von 39 Millionen Euro. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) warnt, dass die Stadt ohne dringende Gegenmaßnahmen bis 2031 in die Insolvenz rutschen könnte. Behörden betonen nun die Notwendigkeit von Sparmaßnahmen und einer engeren Zusammenarbeit zwischen den kommunalen Einrichtungen.
Die finanziellen Probleme der Stadt resultieren vor allem aus steigenden Ausgaben, insbesondere im Bereich der Jugendhilfe und der Kreisumlage. Diese beiden Posten allein machen 60 Prozent der zusätzlichen Belastung aus. Bis mindestens 2029 werden jährliche Fehlbeträge von 25 bis 35 Millionen Euro erwartet, was die Lage weiter verschärft.
Die IHK reagierte mit dem Appell, Steuererhöhungen – besonders für Unternehmen – zu vermeiden. Eine Anhebung der Steuern im kommenden Jahr würde die Wettbewerbsfähigkeit der Stadt schwächen, so die Organisation. Viersen verzeichnet bereits jetzt die zweithöchste Grundsteuer für gewerbliche Immobilien im IHK-Bezirk, was weitere Erhöhungen problematisch macht.
Stattdessen empfiehlt die IHK, die interkommunale Zusammenarbeit auszubauen, um Dienstleistungen gemeinsam zu nutzen und die Verwaltung effizienter zu gestalten. Zudem sollte mehr Gewerbefläche innerhalb der Stadt ausgewiesen werden. Zwar begrüßt die IHK den freiwilligen Konsolidierungsplan Viersens, doch bleiben die Personalkosten ein zentrales Problem: Sie steigen trotz Sparbemühungen weiter an.
Der Haushaltsentwurf für 2027 sieht vor, notfalls die Grundsteuer (Typ B) oder die Gewerbesteuer zu erhöhen, falls sich die Finanzlage nicht auf andere Weise stabilisieren lässt. Die IHK betont jedoch, dass solche Schritte die wirtschaftlichen Herausforderungen für lokale Unternehmen nur verschärfen würden.
Ohne grundlegende Veränderungen bleibt die finanzielle Zukunft Viersens düster. Die Stadt muss durch Kooperation, Flächenentwicklung und Kostendämpfung einen ausgeglichenen Haushalt erreichen, um die Insolvenz abzuwenden. Untätigkeit könnte in den kommenden Jahren zu weiterer wirtschaftlicher Belastung und einem Verlust an Wettbewerbsfähigkeit führen.