10 May 2026, 02:07

Vier Ampeln auf 20 Metern: Rheda-Wiedenbrücks teures Verkehrschaos sorgt für Empörung

Eine Straßenkreuzung in einer Stadt mit einer Ampel, Fahrzeugen, Fußgängern, Strommasten, Bäumen, Gebäuden und Verkehrszeichen unter einem bewölkten Himmel.

Vier Ampeln auf 20 Metern: Rheda-Wiedenbrücks teures Verkehrschaos sorgt für Empörung

Ein ungewöhnlich platzierter Ampelkomplex in Rheda-Wiedenbrück hat Kritik wegen Verschwendung öffentlicher Mittel auf sich gezogen. Auf nur 20 Metern der Pixeler Straße wurden vier Ampeln installiert – deutlich enger beieinander als die übliche Mindestdistanz von vier Metern. Das Vorhaben, das eigentlich die Sicherheit von Radfahrern erhöhen sollte, wird nun in einem Bericht über staatliche Fehlinvestitionen als Negativbeispiel aufgeführt.

Der Streit begann, als die Stadt Landesmittel für den Bau eines Radwegs entlang einer stillgelegten Bahnstrecke beantragte. Eine zentrale Auflage war die sichere Querung der Pixeler Straße für Radfahrer. Die Stadt schlug zunächst eine Barriere mit einer Überquerungshilfe in 20 Metern Entfernung vor, doch die Bezirksregierung lehnte diesen Plan ab.

Die Kommune brachte daraufhin den Vorschlag ein, die Überquerungshilfe an die Höhe des Radwegs anzupassen. Doch die Straßenbauverwaltung NRW lehnte auch diese Lösung ab. Letztlich setzte die Bezirksregierung die aktuelle Ampelregelung durch, um den Verlust der Fördergelder für den Radweg zu vermeiden.

Sieben verschiedene Behörden waren in die Sicherheitsbewertung der Querung eingebunden, was zu widersprüchlichen Einschätzungen der Risiken führte. Der Bund der Steuerzahler nahm das Projekt später in sein Schwarzbuch auf – als eines von 14 Beispielen für Geldverschwendung in Nordrhein-Westfalen. Der Bericht kritisierte, dass weder Steuergerechtigkeit noch langfristige Kosten ausreichend berücksichtigt wurden.

Die Stadt räumte ein, dass die ungewöhnliche Lösung durch die Auflagen der Bezirksregierung erzwungen wurde. Das Schwarzbuch wies zudem darauf hin, dass alternative Querungsmöglichkeiten zwar denkbar, aber nicht explizit gefordert waren. Die Gesamtkosten für die Stadt beliefen sich auf 47.000 Euro, während die Steuerzahler 51.000 Euro aufbringen mussten – hinzu kommen jährliche Wartungskosten von 1.000 bis 1.500 Euro.

Die doppelten Ampeln bleiben trotz Kritik an der unpraktischen Anordnung und den hohen Kosten bestehen. Die Gesamtausgaben des Projekts, inklusive der künftigen Instandhaltung, werden die kommunalen Haushalte weiter belasten. Bisher gibt es keine Ankündigungen der Behörden, die Anlage zu ändern oder zu ersetzen.

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